Aktuelles Betriebe
16/05/2018

Perspektive für ZF-TRW gefordert

Über 500 Beschäftigte demonstrieren für ihre Zukunft.

Die Beschäftigten bei ZF-TRW in Gelsenkirchen wollen eine verlässliche Zukunft für ihre Arbeitsplätze am Standort. Das Unternehmen dagegen will die Produktion zum Jahresende 2018 schließen. IG Metall und Betriebsrat sind entschlossen, das zu verhindern. Die über 500 Beschäftigten des Werks in Schalke und die angereisten Delegationen aus ZF-Werken, u.a. aus Friedrichshafen, Koblenz, Alfdorf, Ahrweiler, Düsseldorf, Dillingen, Turnau, Witten und Bielefeld demonstrierten dafür heute Mittag auf den Straßen vor dem Werkstor. Bereits seit 8:00 Uhr wurden auf der heutigen Betriebsversammlung die Beschäftigten aller Schichten informiert, wurde heftig diskutiert. Ganztätig ruht die Produktion. 

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW: „Die Menschen und der Standort brauchen eine Perspektive für die Zukunft. Auch ZF hat diese gesellschaftspolitische Verantwortung. So wie der Siemenskonzern seine Entscheidung zugunsten der Entwicklung in einer strukturschwachen Region revidiert, muss diese Wende auch bei ZF möglich werden. Es geht um Lösungen für die Arbeitsplätze in Gelsenkirchen, durch Innovation und Investition, für unsere Kolleginnen und Kollegen, im Unternehmen ZF.“

2015 ist der TRW-Standort Schalke Nord von ZF Friedrichshafen übernommen worden.

„Wir haben Zusagen, dass alle Chancen zum Erhalt des Standorts Gelsenkirchen genutzt werden. Diese Zusagen müssen eingehalten werden“, sagte Achim Dietrich, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von ZF. Und weiter: „Die Unruhe ist groß in der gesamten ZF-Familie. Es kann nicht sein, dass erstmals in der über 100-jährigen Geschichte ein Standort in Deutschland geschlossen wird. Hier auf Schalke habt ihr gezeigt, wie Qualität und Liefertreue geht. Der Vorstand muss seine Entscheidung ändern, lieber Gesichtsverlust als Arbeitsplatzverlust.“

Massiven Widerstand haben Betriebsrat und Gesamtbetriebsrat angekündigt. „Schalke war mehrfach TRW-intern Fabrik des Jahres, mit einer Gewinnmarge von zuletzt über 10 Prozent“, erklärte Ugur Coskun, Betriebsratsvorsitzender im Schalker Werk. Dafür hätten die Gelsenkirchener in der Vergangenheit große Opfer gebracht. Mit ihrer Erfahrung und Flexibilität haben sie für höchste Liefertreue und Qualität gesorgt, bei guten Erträgen. ZF trage „Verantwortung für einen sicheren Arbeitsplatz“ in der Region.

Für den Gelsenkirchener IG Metall-Sekretär Jörn Meiners ist nicht nachvollziehbar, was bei ZF passiert: „Die haben 50 000 Mitarbeiter allein in Deutschland. Und dann soll es hier keine Arbeit für 350 Menschen geben, sondern die Menschen sollen ihre Arbeit woanders suchen? Es macht doch keinen Sinn, die Schalker an andere Orte zu bringen. Wir brauchen einen Vorstand der Arbeit nach Schalke bringt.“

Oberbürgermeister, Frank Baranowski: „Geben Sie den Beschäftigten und dem Werk in Gelsenkirchen eine faire Chance. Es ist keine Schande, klüger zu werden, geben Sie diesem Standort die Möglichkeit, bis zum Ende dieses Jahres ein Konzept mit Zukunft zu entwerfen.“

In ihrer heutigen Resolution haben die Beschäftigten den ZF-Vorstand aufgefordert, seinen Schließungsbeschluss zu revidieren und in eine verlässliche Zukunft in Schalke zu investieren.

Resolution

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