Stahl Tarife Aktuelles
13/03/2017

Undankbare Arbeitgeber

  • Kundgebung bei den DEW in Siegen / Fotos (6): Julia Montanus

In der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat die zweite Warnstreikwoche begonnen. Die DEW in Siegen machten den Anfang. 

Im Norden der Universitätsstadt Siegen, im Stadtteil Geiswald, legten heute, am 13. März, rund 500 Beschäftigte der Deutschen Edelstahlwerke (DEW) die Arbeit nieder. Zwei Stunden dauerte der Ausstand. Nach dem Warnstreik-Auftakt am Freitag bei Thyssenkrupp Steel Europe in Kreuztal-Eichen ging es heute mit doppelt so vielen Metallerinnen und Metallern weiter. Damit untermauerten die Beschäftigten deutlich die Forderung der IG Metall nach 4,5 Prozent mehr Lohn sowie der Weiterführung der Tarifverträge zu Altersteilzeit und Werkverträgen.

Das 1,3 Prozent-Angebot der Arbeitgeber nannte Betriebsratsvorsitzender Roland Schmidt eine Unverschämtheit und Vertrauenskörperleiter Jürgen Mockenhaupt eine Provokation, die man nicht auf sich sitzen lasse. Mockenhaupt: „Wir sind auch in der Lage, die Arbeit 24 Stunden lang niederzulegen.“ Andree Jorgella, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Siegen, rief den Beschäftigten zu: „Ich vermisse die Dankbarkeit der Arbeitgeber für den Einsatz ihrer Belegschaften.“ Wenn die Arbeitgeber am Donnerstag kein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legten, werde es weitere Warnstreiks geben.

Am Donnerstagabend beginnt in Düsseldorf die dritte Tarifverhandlung für die 72.000 Beschäftigten. Am Freitagmorgen wird die Tarifkommission am Verhandlungsort erwartet.