Abschluss sichert höheres Kurzarbeitergeld, Beschäftigung und freie Tage für Kinderbetreuung

IG Metall schließt Solidar-Tarifvertrag ab

In der Krise hilft nur Solidarität: Die IG Metall NRW hat angesichts der Corona-Pandemie einen besonderen Tarifvertrag mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie abgeschlossen. Er sorgt für höheres Kurzarbeitergeld, sichert Arbeitsplätze und ermöglicht Kinderbetreuung in Quarantäne-Zeiten – die drei dringendsten Themen für Beschäftigten. 

„Wir haben schnell gehandelt“, betont Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW. „Uns war es sicher, in diesen schwierigen so viel Sicherheit wie möglich für die Beschäftigten zu schaffen.“

Der Tarifvertrag gilt bis Ende 2020. Das sind die wichtigsten Eckpunkte der Regelung:

  • Die Jahressonderzahlung kann durch zwölf geteilt und auf das Monatsentgelt verteilt werden. Damit steigt das monatliche Einkommen – und entsprechend das Kurzarbeitergeld. Die Beschäftigten sind vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.
  • In den Betrieben wird ein Solidartopf eingerichtet, in den die Arbeitgeber 350 Euro für jeden Beschäftigten einzahlen (gerechnet nach Vollzeit-Arbeitsplätzen). Das Geld kann für Härtefälle im Betrieb verwendet werden. Wo Kurzarbeitergeld aufgestockt wird, kann der Arbeitgeber die 350 Euro verrechnen. Bleibt am 1. Dezember 2020 Geld im Topf übrig, wird anteilsmäßig an die Beschäftigten ausgezahlt.
  • Künftig können Beschäftigte mit Kindern bis zum Alter von zwölf Jahren (bislang acht Jahre) das tarifliche Zusatzgeld in freie Tage umwandeln. Außerdem können fünf bezahlte freie Tage für die Kinderbetreuung verwendet werden. 

Nach der Krise wird neu verhandelt

Die üblichen Tarifverhandlungen für die Branche werden bis zum Jahresende ausgesetzt. Beide Seiten haben sich darauf verständigt, dass sie die Gespräche nach Abklingen der Pandemie wieder aufnehmen. 

Um eine schnelle Einigung zu ermöglichen, griffen die Tarifparteien auf ein bewährtes Instrument zurück: den Tarifvertrag "Arbeit in Zukunft", der schon in der Krise 2009 und 2010 dafür sorgte, dass es nicht zu Entlassungen kam. Eine vernünftige und in der Krise für alle gute Lösung.