IG Metall NRW begründet Tarifforderung für Metallindustrie

„Alle Rahmendaten sprechen für eine ordentliche Entgelterhöhung“, so Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW und Verhandlungsführer. Die Forschungsinstitute sehen die deutsche Wirtschaft auf einem sehr guten Wachstumskurs. Zuletzt hatte der Sachverständigenrat seine Prognose für das kommende Jahr weiter angehoben. Er erwartet einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,2 Prozent. Auch die Metall- und Elektrobranche ist in ausgezeichneter Verfassung. „Die Branche steht auch in NRW nicht schlechter da als im Rest der Republik. Seit Beginn des Jahres verzeichnen wir hier ein Umsatzplus von 5,3 Prozent. Die Produktion wurde um 2,9 Prozent gesteigert, die Produktivität um 2,8 Prozent. Die Lohnstückkosten sind sogar gesunken. Es gibt also keine Gründe für die Arbeitgeber, in ein Jammertal zu verfallen“, so Giesler. 

Das gelte auch für die Arbeitszeitforderungen der IG Metall. Die Forderung nach einem individuellen Anspruch, die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf bis zu 28 Stunden für zwei Jahre mit Rückkehrrecht zur Vollzeit verkürzen zu können, koste erst einmal nichts. Und dass Beschäftigte, die sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern müssen oder in besonders belastenden Arbeitszeitmodellen arbeiten, einen Entgeltzuschuss erhalten, sei sowohl gesellschaftspolitisch als auch mit Blick auf den einzelnen Beschäftigten ein Gebot der Vernunft und Gerechtigkeit. Giesler: „Die Arbeitgeber sprechen immer von Zukunft. Aber auf ihren Argumenten gegen unsere Forderungen klebt das Etikett der Vergangenheit. Denn sie verstehen nicht, dass die Menschen heute für ihre Arbeitszeit mehr Selbstbestimmung wünschen. Sie verstehen nicht, dass es den Beschäftigten wichtig ist, sich gut abgesichert um ihre Kinder oder pflegebedürftigen Angehörigen kümmern zu können. Sie verstehen nicht, dass Schichtarbeiter besonderen Belastungen ausgesetzt sind und sich Entlastung auch leisten können müssen. Und wer das alles nicht versteht, der hat nicht nur beim Kampf um die Fachkräfte der Zukunft schlechte Karten. Wer das nicht versteht, der wird auch in dieser Tarifrunde ein großes Problem mit der IG Metall haben. Denn wir haben die Zukunft der Menschen und die Zukunft der Branche im Blick.“

Aus diesen Gründen sind auch die Gegenforderungen der Arbeitgeber nicht mit der IG Metall zu machen. „Wir haben seit 30 Jahren genügend Möglichkeiten zur Ausweitung der Arbeitszeit nach oben. Jetzt sind die Bedürfnisse der Beschäftigten dran“, so der Gewerkschafter.

Vor Beginn der Verhandlung haben rund 700 Beschäftigte auf einer Kundgebung ihren Forderungen Nachdruck verliehen.

Am 14. Dezember 2017 findet die zweite Verhandlung in Wuppertal statt. Am 31. Dezember 2017 endet die Friedenspflicht.

Mike Schürg
IG Metall-Bezirksleitung NRW
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