Stark aus der Krise – wenn wir zusammenhalten ist alles möglich

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag und das Arbeitsleben fest im Griff. Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen ist schwierig und eine Rückkehr zur Normalität nicht so schnell zu erwarten. Darum werden wir in den nächsten Monaten an vielen Stellen Auseinandersetzungen um die Sicherung von Arbeitsplätzen, Arbeitsbedingungen und Standorten führen müssen.

Für uns gilt dabei: Wir wollen gemeinsam „Stark aus der Krise“ kommen. Die Corona-Krise darf nicht zu einem massiven Jobabbau führen. Das würde die Lebenssituation der Beschäftigten, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig schädigen.

Wir werden:

  • Gesundheit sichern!

    Denn ohne Gesundheit ist alles andere nichts. Darum wird es bis auf weiteres in allen Betrieben und in unserer gewerkschaftlichen Arbeit darauf ankommen, die Menschen weiterhin vor einer Infektion zu schützen und gleichzeitig ein sicheres Arbeiten unter Bedingungen der Pandemie zu ermöglichen. In den Betrieben kümmern wir uns um einen wirksamen Infektionsschutz durch Prävention, gute technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen. Infektionsschutz muss wirksam sein und darf nicht zu einer Verdichtung von Arbeit führen.
  • Beschäftigung und gute Arbeit sichern!

    Wir werden weiter mit aller Kraft gegen Personalabbau, insbesondere Kündigungen, kämpfen. Dabei haben sich die gesetzlichen Regelungen zum Kurzarbeitergeld bewährt und sollten beibehalten werden. Angesichts der anstehenden Tarifrunden diskutieren wir die 4-Tage-Woche zu befassen. Die damit einhergehende Arbeitszeitverkürzung kann helfen Arbeit neu zu verteilen und damit Beschäftigung zu sichern.
  • Einkommen sichern!

    Die Corona-Krise verursacht ernste betriebswirtschaftliche Herausforderungen, an deren Lösung wir mitarbeiten. Wir wehren uns aber gegen Tarifflucht, einseitige Absenkung tariflicher Standards und Beschneidung von Mitbestimmung und Gewerkschaftsrechten.
  • Familien sichern!

    Freistellungen für Kinderbetreuung müssen durch Aufstockungsbeträge finanziell abgefedert werden. Egal ob Einkäufer oder Schichtarbeiterin: Beschäftigte wollen Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen. Wir brauchen eine bessere Infrastruktur und gute Arbeitszeitmodelle, damit Familie und Arbeit besser miteinander vereinbart werden können.

  • Zukunft sichern!

    Wir wehren uns gegen pauschale Angriffe auf Übernahmeverpflichtungen von Azubis und dual Studierenden. Wir spielen mit den Zukunftschancen unserer Jugend. Stattdessen sollten wir über einen Ausbau von Beschäftigungsbrücken nachdenken und Älteren den Ausstieg erleichtern helfen.
  • Unternehmen sichern!

    Im Rahmen der Tarifautonomie und Mitbestimmung übernehmen wir Verantwortung und finden gute Lösungen, wenn Unternehmen und Betriebe in Corona-bedingt in Schieflage geraten sind. Dabei gilt: Wer Geld bekommt, vermeidet Entlassungen, übernimmt Azubis, achtet Tarifverträge, zahlt keine Dividenden aus und begeht keine Steuerflucht!
  • Klima sichern!

    Wir brauchen eine aktive Wirtschafts- und Industriepolitik die durch einen kräftigen Nachfrageimpuls Beschäftigung sichert und den notwendigen Strukturwandel in Richtung ökologische Nachhaltigkeit anschiebt. Dabei geht es um klimaneutrale Produkte, Produktionsanlagen, CO2-freie Antriebe und Produktion in allen Industriebranchen und die Sicherung der Energieversorgung für die energieintensive Industrie durch regenerative Energie.
  • Mitbestimmung sichern und erweitern!

    Auch in dieser Krise hat sich wieder gezeigt, wie wertvoll eine gute Mitbestimmung für Wirtschaft und Gesellschaft sind. Es sind oft die Betriebsräte, die für Sicherheit und Beschäftigung sorgen. Auch in Sanierungsprozessen sind sie Garanten für die Interessen der Beschäftigten. Die Krise darf nicht als Vorwand genommen werden, Möglichkeiten der Mitbestimmung einzuschränken.
  • Regionen, Städte und öffentlichen Sektor sichern!

    Die Corona-Krise hat die dramatische Unterfinanzierung der Kommunen deutlich gemacht. Eine Altschuldenübernahme der Kommunen ist dringend geboten. Das kann die Grundlage für eine regionale Struktur- und Wirtschaftspolitik sein, sowie für ein starkes Programm für Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen unter Einbindung von Gewerkschaften und Wissenschaft, um die Zukunft der Regionen zu gestalten.
  • Große Vermögen und Einkommen entsichern!

    Ein handlungsfähiger Staat braucht eine solide Einnahmebasis. Wir wollen eine offene Debatte, wie eine gerechte Lastenverteilung bei der Finanzierung des Gemeinwesens aussehen kann. Die hohen Kosten der Krise dürfen nicht über die Absenkung sozialer Standards oder mehr Steuern und Abgaben für kleine und mittlere Einkommen finanziert werden. Wir brauchen stattdessen ein gerechtes Steuersystem und eine ausgleichende Lastenverteilung. Ein kurzfristiger finanzieller Ausgleich wird durch eine einmalige Vermögensabgabe erreicht. Mit dieser übernehmen die Vermögenden einen gerechten Anteil an der Bewältigung der Krise. 

Für diese Ziele werden wir uns in den Betrieben und gegenüber der Politik einsetzen. Uns ist bewusst, dass wir zur Erreichung dieser Ziele unsere Stärke erhalten und ausbauen müssen. Darum verbinden wir unsere Aktivitäten mit einer Stärkung und Beteiligung der Mitgliederbasis in den Betrieben.

Wenn wir zusammenhalten ist alles möglich – Stark aus der Krise!