Metall & Elektro Tarifrunde 2008
13/11/2008

Einmalzahlungen und 4,2 Prozent mehr Geld

Für die 700 000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen ist heute in der vierten Tarifverhandlung in Neuss das Verhandlungsergebnis aus Baden-Württemberg mit allen wesentlichen Punkten übernommen worden. Die Beschäftigten erhalten damit insgesamt um 4,2 Prozent höhere Einkommen sowie Einmalzahlungen von 510 und 122 Euro.

Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter NRW: "Auch für Nordrhein-Westfalen gilt jetzt: 510 Euro gibt es im Dezember 2008. Die Einkommen steigen um insgesamt 4,2 Prozent und damit um das Doppelte gegenüber dem, was uns die Arbeitgeber zunächst angeboten haben. Für einen Facharbeiter gibt es mit der Laufzeit dieses Tarifvertrags ein Plus von 2059 Euro. Nur mit dem Druck unserer umfassenden Warnstreiks war dieses Ergebnis möglich. Wir haben damit einen hart verhandelten Kompromiss. Kompromisse finden selten uneingeschränkten Beifall. Auch dieser erfüllt nicht alle Erwartungen. Als wir unsere Forderung aufgestellt haben, sah die Welt noch ganz anders aus. Die Verantwortlichen für die Finanzmarktkrise haben unsere Wirtschaft mit ihren Machenschaften in eine schwierige Situation gebracht. Auch in der Automobil- und Zuliefererindustrie spürt man die Folgen. Unter den aktuellen Bedingungen konnte es uns nicht gelingen, die Gerechtigkeitslücke so zu verkleinern, wie es notwendig und wünschenswert ist."

Die Tarifkommission NRW wird am Donnerstag, den 20. November, über das Verhandlungsergebnis beraten.

Im Einzelnen besteht das Ergebnis aus folgenden Elementen:

  1. Im Dezember 2008 werden 510 Euro als Einmalbetrag für die drei Monate November und Dezember 2008 sowie Januar 2009 gezahlt.
  2. Um 4,2 Prozent werden die Entgelte ab dem 1. Mai 2009 angehoben. Zur Hälfte erfolgt die Anhebung mit 2,1 Prozent bereits ab dem 1. Februar 2009. Die zweite Hälfte der Anhebung zum 1. Mai 2009 kann betrieblich um bis zu sieben Monate verschoben werden. Nur auf Basis einer freiwilligen Betriebsvereinbarung, also nur bei Zustimmung des Betriebsrats, in besonders begründeten wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist die Verschiebung damit im Einzelfall möglich.
  3. Im September 2009 wird ein weiterer Einmalbetrag in Höhe von 122 Euro gezahlt.
  4. Die Ausbildungsvergütungen werden ebenfalls um 4,2 Prozent erhöht. Die Auszubildenden bekommen zusätzlich im Dezember 2008 einmalig 133 Euro für die Monate November, Dezember 2008 und Januar 2009. Im September 2009 erhalten die Auszubildenden einen weiteren Einmalbetrag in Höhe von 32 Euro.
  5. Ab 1. Januar 2010 gilt der bereits im September vereinbarte "Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente". Vereinbart wurde mit diesem Tarifabschluss, dass der Arbeitnehmeranteil zum praktischen Start dieses Tarifvertrags mit anzurechnenden 0,4 Prozent für die Monate Januar bis April finanziert ist.
  6. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten bis Ende April 2010.
  7. Die Tarifparteien haben eine Gesprächsverpflichtung vereinbart. Ziel ist es, Missständen in der Leiharbeit sowohl in den Leiharbeitsunternehmen als auch in den Mitgliedsunternehmen der Metallbranche entgegenzuwirken.
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