Leiharbeit
04/02/2011

Personalpolitik gegen den Trend

Erstaunlich: In der Metallindustrie von Stolberg gibt es kaum Leiharbeitnehmer. In der Region bei Aachen ist der Handel mit Arbeitskräften verpönt.

Der Stolberger IG Metall-Bevollmächtigte Helmut Wirtz wird nicht müde, es zu betonen: „Leiharbeit ist für mich eine moderne Form der Sklaverei.“ Im Ortsvorstand, auf Delegierten- und Betriebsversammlungen haben Wirtz und Gewerkschaftssekretär Georg Moik das Thema Leiharbeit seit über einem Jahr immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt und diskutiert.

Ihre aktuelle Bilanz kann sich sehen lassen: In den 38 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie von Stolberg, in denen es einen Betriebsrat gibt, sind zwar 5500 Stammbeschäftigte tätig, aber nur rund 100 Leiharbeitnehmer, das entspricht 0,2 Prozent.

Befristete Übernahme nach drei, vier Monaten

Diese überraschend niedrige Zahl hat handfeste Gründe: In ungefähr jedem zweiten Betrieb haben die Betriebsräte Vereinbarungen mit ihrer Geschäftsleitung zur Leiharbeit geschlossen – entweder schriftlich oder mündlich. Danach müssen Leiharbeitnehmer nach drei oder vier Monaten befristet übernommen werden müssen.

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