Betriebe
30/09/2014

Stellenabbau droht - Belegschaft geht auf die Straße

Rund 3000 Beschäftige von Daimler in Düsseldorf legen heute über drei Schichten hinweg die Arbeit nieder. Um 1 Uhr zog die Nachtschicht vor den Betrieb, um 6:45 Uhr demonstrierte die Frühschicht vor der IG Metall-Bezirksleitung, um 14 Uhr folgt die Spätschicht. Hintergrund der Arbeitsniederlegung ist die angedrohte Produktionsverlagerung des Konzerns.

Die Konzerngeschäftsführung plant ein weiteres Werk in den USA zu errichten und dort zukünftig die Sprinter für den nordamerikanischen Markt zu produzieren. Das würde bis zu 1800 Arbeitsplätze in Düsseldorf gefährden. Auf der heutigen Aufsichtsratssitzung in Bremen soll diese Planung der Daimler-Geschäftsführung diskutiert werden.

Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW: „Das Geschäft mit dem Sprinter boomt. Hier geht es nicht darum, eine Krise abzuwenden. Der Stellenabbau in dem wirtschaftlich rentablen Werk in Düsseldorf hat schlicht den Zweck der Gewinnmaximierung. Die Düsseldorfer Belegschaft leistet hervorragende Arbeit und ist hoch kompetent. Ihre Arbeitsplätze und Einkommen – wie auch die hohen Qualitätsstandards der industriellen Fertigung in NRW – dürfen nicht zu Opfern einer verfehlten Unternehmensstrategie werden.“

IG Metall-Vize und Aufsichtsrat Hofmann: "Wir unterstützen die Belegschaft"

Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall und Aufsichtsratsmitglied der Daimler AG, sagte: „Wir Arbeitsnehmervertreter im Aufsichtsrat sind uns einig. Das Vorgehen der Geschäftsführung von Daimler findet bei uns keine Akzeptanz. Wir erwarten die Sicherung der Beschäftigung an allen Daimler-Standorten. Die Belegschaft in Düsseldorf hat unsere ganze Unterstützung.“

Seit der Krise 2008 haben die Beschäftigten im Sprinter-Werk viel hingenommen. Zuerst gab es Kurzarbeit. Als es wieder bergauf ging, wurden Sonderschichten geschoben und die Wochenenden durchgearbeitet. Umso größer ist der Ärger der Belegschaft darüber, dass ihr Engagement der letzten Jahre abgestraft werden soll. Betriebsratsvorsitzender Thomas Weilbier: „Das Vorgehen der Geschäftsführung trifft bei den Beschäftigten auf völliges Unverständnis. Unsere Aktionen heute zeigen, dass die Belegschaft bereit ist, für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Straße zu gehen.“ Sollte die Geschäftsleitung an ihren Plänen festhalten, würden bald weitere Aktionen folgen. Die Düsseldorfer Belegschaft sei kampferprobt und gewerkschaftlich hervorragend organisiert.

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