Aktuelles Stahl
17/03/2019

3,7 % mehr Lohn und 1000 € extra

  • Tarifkommission Stahl: Erste Information nach der Tarifverhandlung / 11 Fotos: Ulrike Reinker

Die Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie erhalten 3,7 Prozent mehr Geld. Außerdem eine zusätzliche tarifliche Vergütung von 1000 Euro.

Sonntag, 17. März, 4 Uhr: Nach 16-stündiger Verhandlung geht nichts mehr, ist alles ausgereizt, haben beide Tarifparteien ihr Schmerzgrenzen erreicht.
Die 72 000 Stahlbeschäftigten erhalten eine zusätzliche tarifliche Vergütung – 1000 Euro ab 2020, jährlich und tarifdynamisch, das heißt es steigt mit jeder Tariferhöhung. Das Geld kann in freie Tage umgewandelt werden. Der Festbetrag kommt besonders den unteren Entgeltgruppe zugute. Diese soziale Komponente war der IG Metall besonders wichtig.
Wieviel Freizeit der Einzelne nehmen kann, hängt davon ab, wie viele Beschäftigte Geld gegen Zeit tauschen wollen. Bei vielen Anträgen reduzieren sich die freien Tage für den Einzelnen. Können nicht alle gewünschten freien Tage genommen werden, werden diese ausgezahlt. Es verfällt nichts.
Klar war: Die Ausbildungsvergütung sollte überproportional steigen, sprich höher ausfallen als die allgemeine Tarifsteigerung von 3,7 Prozent. Dass sie nun um 9,9 bis 18,7 Prozent steigt - damit hatte niemand gerechnet. Damit wird die Schere zur Metall- und Elektroindustrie geschlossen, die Ausbildungsvergütung ist 2020 in beiden Branchen gleich hoch. Das kommt den jungen Leuten genauso zu Gute wie den Stahlunternehmen, die auf junge Fachkräfte angewiesen sind.

Das Wichtigsté:
►Für Januar und Februar sind einmalig 100 Euro fällig.
►Ab 1. März steigen rückwirkend die Löhne und Gehälter um 3,7 Prozent.
►Ab Juli 2020 gibt es eine zusätzliche tarifliche Vergütung von 1000 Euro, die in freie Tage umgewandelt werden kann.
►Die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen haben Anspruch auf fünf freie Tage, die oberen auf vier.
►Die Auszubildenden erhalten in zwei Schritten 88 bis 188 Euro mehr Geld, ab März 2020 sind ihre Vergütungen identisch mit denen der Metall- und Elektroindustrie NRW.
►Die Tarifverträge zu Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Werkverträgen werden verlängert.
►IG Metall und Arbeitgeberverband Stahl verpflichten sich, einen Tarifvertrag für Dual Studierende  abzuschließen.
►Der Tarifvertrag gilt 26 Monate und läuft Ende Februar 2021 aus.

IG Metall-Bezirksleiter NRW und Verhandlungsführer Knut Giesler bedankte sich bei den Beschäftigten: "Wenn 26 000 Beschäftigte die Arbeit niederlegen, kann das kein Arbeitgeber ignorieren. Das ist ein Paukenschlag, den niemand überhört. Ohne diesen Rückhalt hätten wir dieses große Tarifpaket nicht schnüren können!"

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