IG Metall NRW

Stahl- und Eisenindustrie

Die IG Metall Nordrhein-Westfalen führt die Flächentarifverhandlungen für die Stahl- und Eisenindustrie in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen. Die Tarifverträge in der Eisen- und Stahlindustrie gelten für rund 72.000 Beschäftigte.

Der Tarifvertrag für die Stahl- und Eisenindustrie

Starkes Team, starkes Ergebnis

Das ist wieder einmal eine echte Teamleistung der IG Metall: Denn der erfolgreiche Tarifabschluss war nur durch die Geschlossenheit und das gute Zusammenspiel aller Kräfte möglich – von der Basis bis zur Verhandlungskommission haben alle ihren Anteil. Genauer gesagt: Über 26.000 Stahlarbeiter haben in den vergangenen Wochen und Monaten die Forderungen der IG Metall unterstützt. "Dafür möchte ich allen herzlich danken“, so der Bezirksleiter NRW Knut Giesler. „Ohne diesen Rückhalt hätten wir dieses große Tarifpaket nicht schnüren können.

3,7 Prozent mehr und 1000 Euro zusätzliche tarifliche Vergütung

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein kräftiges Plus beim Lohn und ab 2020 eine zusätzliche tarifliche Vergütung , die in freie Tage umgewandelt werden kann. Der neue Vertrag gilt für die 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie und konnte nach vielen Monaten und einem 16-stündigem Verhandlungsmarathon mit dem Arbeitgeberverband in der finalen Runde abgeschlossen werden.

Im Detail sieht das so aus: Ab März 2019 steigen die Löhne und Gehälter um 3,7 Prozent. Zusätzlich erhalten alle Beschäftigten einmalig 100 Euro für die Monate Januar und Februar. Auszubildende bekommen je nach Ausbildungsjahr eine zweistufige Erhöhung der Auszubildendenvergütung von 88 bis 188 Euro, was einem Zuwachs von 9,9 bis 18,7 Prozent entspricht.

Eine neue Zeit bricht an – für alle

Zusätzlich zur Steigerung bei Lohn und Gehalt liegt der Fokus dieses Tarifvertrags – wie auch schon bei der Metall- und Elektroindustrie – auf dem Faktor Zeit. Die neue Arbeitszeitsouveränität erhält bei den Beschäftigten der Stahl- und Eisenindustrie große Zustimmung. Und auch insgesamt wird sie in Deutschland positiv diskutiert. Die IG Metall packt damit ein großes gesellschaftliches Thema an – und bringt es ein in die Tarifverhandlungen.

Mit Erfolg: Ab 2020 erhalten alle Beschäftigten eine zusätzliche tarifliche Vergütung von 1.000 Euro, die im Juli ausgezahlt wird. Sie ist tarifdynamisch, das heißt, sie wird regelmäßig erhöht. Jeder, der statt des Geldes lieber mehr Zeit haben möchte, kann diese Vergütung auch in zusätzliche freie Tage umwandeln. Möglich sind bis zu fünf freie Tage für jeden Einzelnen.

Treu nach dem Leitsatz der IG Metall NRW „Zeit für das was Wichtig ist“. Gemeint ist hiermit der wichtige Ausgleich für die belasteten Schichtarbeiter, aber auch Zeit für die Familie, die Pflege von Angehörigen oder auch ein Ehrenamt.

Laufzeit von 26 Monaten

Des Weiteren verlängern sich die Tarifverträge zu Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Werkverträgen. Außerdem wurde eine Verhandlungsverpflichtung zur tariflichen Absicherung der Dual Studierenden vereinbart.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 26 Monaten und gilt bis Februar 2021.

  • Für Januar und Februar 2019 sind einmalig 100 Euro fällig.
  • Ab 1. März 2019 steigen rückwirkend die Löhne und Gehälter um 3,7 Prozent.
  • Ab Juli 2020 gibt es eine zusätzliche tarifliche Vergütung von 1000 Euro, die in freie Tage umgewandelt werden kann.
  • Die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen haben Anspruch auf fünf freie Tage, die oberen auf vier.

  • Die Auszubildenden erhalten in zwei Schritten 88 bis 188 Euro mehr Geld.
  • Die Tarifverträge zu Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Werkverträgen werden verlängert.
  • IG Metall und Arbeitgeberverband Stahl verpflichten sich, einen Tarifvertrag für Dual Studierende  abzuschließen.
  • Der Tarifvertrag gilt 26 Monate und läuft Ende Februar 2021 aus.

Der Verhandlungsverlauf im Überblick