Metall-Tarifrunde 2018 - unsere zentralen Forderungen

Im Folgenden seht ihr unsere Forderungen für die Metall-Tarifrunde inklusive Begründungen, warum diese Forderungen wichtig und richtig sind.

6 % mehr Geld

Wir fordern für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von 6% für eine Laufzeit von 12 Monaten.

Warum das wichtig und richtig ist:

> Die Wirtschaft wächst stabil. Alle Forschungsinstitute gehen 2018 sogar von einem noch stärkeren Wirtschaftswachstum aus. Um den Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft zu stützen, ist es deshalb notwendig, die Kaufkraft und damit die Binnennachfrage mit Lohnerhöhungen zu stützen.

> Die Renditen in der Metall- und Elektroindustrie liegen auf dem höchsten Stand seit 2008. Die Unternehmen können sich gute Entgelterhöhungen leisten.


Wahloption auf Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden

Wir wollen einen individuellen Anspruch auf Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten durchsetzen. Danach soll der Anspruch bestehen, auf die ursprüngliche Arbeitszeit zurückzukehren.

Warum das wichtig und richtig ist:

> Die Wahloption auf verkürzte Vollzeit macht Unternehmen für Fachkräfte attraktiver. Sie unterstützt die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Gesundheitsförderung verhindert, dass Fachkräfte ausfallen. Das Rückkehrrecht führt dazu, dass Fachkräfte nicht in der Teilzeitfalle stecken bleiben.

> Beschäftigte, die regelmäßig in Schicht arbeiten oder versetzte Arbeitszeiten haben, berichten häufiger von gesundheitlichen Beschwerden. Kürzere Arbeitszeit und mehr Freischichten würden die Belastung reduzieren.

> Die Arbeitszeiten sind heute weitgehend an den betrieblichen Bedarf angepasst. Beschäftigte arbeiten hochflexibel – zum Vorteil der Unternehmen. Eine zeitweise Verkürzung der Arbeitszeit sichert, dass persönliche Interessen und Verpflichtungen nicht unter die Räder kommen.

> In den Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie gibt es kaum Regelungen zur Absenkung der Arbeitszeit, wenn Beschäftigte Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich weiterbilden. Die große Mehrheit kann sich nicht auf einen Anspruch berufen, sondern ist auf das Wohlwollen ihrer Vorgesetzten angewiesen.


Entgeltzuschuss für Familie und Gesundheit

Wir wollen einen fixen Arbeitgeberzuschuss für Beschäftigte, die ihre Arbeitszeit reduzieren, um Kinder unter 14 Jahren zu betreuen oder Familienangehörige zu pflegen. Auch Beschäftigte in Schichtarbeit oder anderen gesundheitlich belastenden Arbeitszeitmodellen, die ihre Arbeitszeit verkürzen, sollen einen Entgeltzuschuss erhalten.

Warum das wichtig und richtig ist:

> Wer seine Arbeitszeit reduziert, um familiären Verpflichtungen nachzukommen, soll bei einer Arbeitszeitverkürzung um mindestens 3,5 Stunden einen Zuschuss von 200 Euro im Monat erhalten. Damit soll es auch Beschäftigten mit geringeren Einkommen ermöglicht werden, Arbeit und Privatleben besser zu vereinbaren. Kinderbetreuung und Pflege sind wichtige gesellschaftliche Aufgaben, zu denen die Arbeitgeber auch einen Beitrag leisten müssen.

> Beschäftigte in Schichtarbeit oder anderen gesundheitlich belastenden Arbeitszeitmodellen, die ihre Arbeitszeit verkürzen, sollen einen Entgeltzuschuss von 750 Euro im Jahr erhalten.

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