STILLSTAND HAT NOCH NIE WAS BEWEGT

Die IG Metall demonstriert nicht oft. Aber wenn wir demonstrieren, dann ist es wichtig. Wie jetzt. Es geht um unsere Arbeit. Unsere Gesellschaft. Unser Leben. Und natürlich um Gerechtigkeit. Schlicht gesagt: Es geht um Alles. Wieder einmal.

Es ist keine neue Erkenntnis: Die Transformation unserer Arbeitsgesellschaft ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Dieser fundamentale Wandel wird in alle Lebensbereiche eingreifen. Und das nicht erst in 20 Jahren. Ganz im Gegenteil. Wir stecken schon mittendrin. Und sind kaum darauf vorbereitet. Wir sehen bei der Bundesregierung und den Arbeitgebern aktuell keinen Plan, wie die Zukunft im Sinne der Menschen gestaltet werden soll. Wir fragen uns: Wo ist das planvolle Vorgehen, das uns alle in Deutschland in eine gute Zukunft führt? Und wieso steht dieses so wichtige Thema nicht permanent ganz oben auf der Tagesordnung? Kurz gesagt, es herrscht Stillstand. Und wir müssen dringend in Bewegung kommen.


Transformation. Kennt ihr? Das ist das Ding, wo Roboter und Algorithmen eure Arbeit machen. Und ihr? Ihr sitzt zuhause vor dem Fernseher. Vielleicht mit bedingungslosem Grundeinkommen. Oder seid in einem prekären Bereich beschäftigt, für einen viel zu geringen Mindestlohn.

Science Fiction? Fake News? Oder Realität von morgen?

Einige Beschäftigte denken, das wird sie nicht treffen. Zu gut ausgebildet? Ingenieur? Die Wahrheit ist: Es betrifft uns alle. Dieser Sturm geht nicht durch die Werkshallen und stoppt vor den Bürotüren. Er wird hindurch fegen. Euch mitreißen? Vielleicht. Wenn wir nichts tun.

Denkt ihr, da kann man eh nichts machen? Ihr allein vielleicht nicht. Aber wir. Gemeinsam. Seit über 125 Jahren kämpfen wir Seite an Seite. Und haben viel erreicht. Gerechtigkeit gab es nie zum Nulltarif. Auch jetzt nicht.


Kommt mit uns nach Berlin und zeigt allen, die es noch nicht wissen, dass die Menschen in diesem Land selbst entscheiden, wie ihre Zukunft aussehen soll. Ganz sicher mit Robotern und Algorithmen. Noch sicherer aber mit uns Menschen im Mittelpunkt.

Wir demonstrieren am 29. Juni in Berlin. Für Perspektiven. Für Menschen.

HEUTE ARBEITER, MORGEN PREKÄR BESCHÄFTIGT?

Wir wollen keine Transformation anspruchsvoller Arbeit in prekäre Beschäftigungen. Denn das ist es, was wir beobachten. Es wächst eine Dienstleistungsgesellschaft, ohne das die Dienstleistung ansich aufgewertet würde. Für die Menschen, die heute noch vollwertige Arbeit in der Industrie finden, heißt das, sie bekommen morgen nur noch einen schlecht bezahlten Job, von dem sie ihr Leben nur schwer bestreiten können.

WIR FORDERN EINEN WANDEL IM SINNE DER MENSCHEN

Wir akzeptieren keine Traumwandlerei bei dem wichtigsten Arbeitsmarkt-Thema seit 50 Jahren. Wir wollen auch In Zukunft gute und sichere Arbeitsplätze in NRW - nicht trotz, sondern gerade wegen des Wandels. Und das kann gelingen: Wenn alle entscheidenden Kräfte im Sinne der Menschen zusammenarbeiten. Denn nur eine Zukunft im Sinne der arbeitenden Menschen in NRW ist für uns verhandelbar

Wir sehen uns in Berlin. Wir mit euch. Zusammen. Für alle.

Der Wandel soll für Deutschland zur Chance werden. Dafür müssen wir hart arbeiten und kämpfen, um mit Politik und Wirtschaft die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Für uns entscheidend ist: Wir wollen niemanden zurücklassen und die Zukunft im Sinne der Menschen gestalten. Denn eins ist klar: Wir alle wollen auch morgen noch in einer Gesellschaft leben, in der es gerecht zugeht und in der jeder eine vollwertige Arbeit finden kann.

Wir demonstrieren in Berlin, um die anderen daran zu erinnern, dass es einen wichtigen Job zu machen gibt. Und das wir bereit sind. Und das die Uhr tickt.