Metallarbeiter in Werkstatt

METALL UND ELEKTROINDUSTRIE

Die Metall- und Elektroindustrie ist eines der Herzstücke der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen und die Branche mit den meisten Unternehmen im Zuständigkeitsbereich der IG Metall. Zur Metall- und Elektroindustrie gehört auch die Autobranche. Hier ist die IG Metall besonders gut aufgestellt. Bei den Fordwerken in Köln etwa ist der größte Teil der Beschäftigten Mitglied der IG Metall.

Aber auch der Maschinenbau, Exportmotor der deutschen Wirtschaft, gehört zur Metall- und Elektroindustrie. Die Branche ist stark mittelständisch geprägt mit vielen kleineren und mittleren Betrieben – und mit vielen organisierten Metallerinnen und Metallern. Die IG Metall Nordrhein-Westfalen führt die Tarifverhandlungen für rund 700.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie in NRW.

Der Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie

Mehr Zeit und Geld 

Wir haben uns nach harter Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeberverband Metall NRW auf einen Tarifvertrag geeinigt und das Ergebnis für unsere über 700.000 Mitglieder in NRW kann sich sehen lassen: Alle Kolleginnen und Kollegen in der Metall- und Elektroindustrie bekommen 4,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit für zwei Jahre zu reduzieren. Der neue Tarifvertrag trägt damit dem zunehmenden Bedürfnis vieler Beschäftigten Rechnung, sich ihre Arbeits- und Lebenszeit flexibler gestalten zu wollen.

In der Arbeitszeit flexibel und Zeit für das was wichtig ist

Zusätzlich zur Steigerung bei Lohn und Gehalt liegt der Fokus des neuen Tarifvertrags auf dem Faktor Zeit. Die IG Metall packt damit ein großes gesellschaftliches Thema an – und bringt es ein in die Tarifverhandlungen. Die neue Arbeitszeitsouveränität trifft bei den Arbeitnehmern wie auch insgesamt bei den Menschen in Deutschland auf große Zustimmung. 

Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie können mit Abschluss des Tarifvertrags ab sofort stärker selbst über ihre Arbeitszeit bestimmen. Das haben die IG Metall und ihre Mitglieder in der Metall-Tarifrunde 2018 durchgesetzt. Die Beschäftigten können - bei Bedarf - ihre Arbeitszeit zeitweise auf verkürzte Vollzeit reduzieren, bis auf 28 Stunden. Und wer Zeit für die Kinder braucht, Angehörige pflegt oder Schicht arbeitet, kann zusätzliche acht Tage im Jahr freinehmen.

Treu nach dem Leitsatz der IG Metall NRW „Zeit für das was Wichtig ist“. Gemeint ist hiermit der wichtige Ausgleich für die belasteten Schichtarbeiter, aber auch Zeit für die Familie, die Pflege von Angehörigen oder auch ein Ehrenamt. 

4,3 Prozent mehr

Über das Schaffen der flexiblen Arbeitszeitkomponente gibt es auch ein sattes Plus bei den Löhnen und Gehältern in der Branche. So dürfen sich alle Beschäftigten ab dem 1. April über 4,3 Prozent mehr Geld und für Januar bis März über eine Einmalzahlung von 100 Euro freuen.

In einer zweiten Stufe gibt es von 2019 an ein tarifliches Zusatzgeld (T-ZUG) in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsgehalts und einen Festbetrag von 400 Euro. Eltern, Pflegende und Schichtarbeiter können statt diesem tariflichen Zusatzgeld acht zusätzliche freie Tage wählen. Das tarifliche Zusatzgeld (T-ZUG) setzt sich aus zwei Teilen zusammen, dem T-ZUG A ― 27,5 Prozent vom individuellen Monatsentgelt. Und dem T-ZUG B ― pauschal 400 Euro. Beschäftigte mit Kindern, zu pflegenden Angehörigen und in Schichtarbeit haben die Wahl und können anstelle von T-ZUG A zusätzlich acht Tage im Jahr freinehmen. Wer die acht Tage tarifliche Freistellungszeit gewählt hat, erhält die 27,5 Prozent nicht. Alle Beschäftigten jedoch erhalten das volle T-ZUG B in Höhe von 400 Euro. Für Auszubildende gibt es 200 Euro. Dadurch profitieren die unteren Einkommensgruppen überproportional.

Zusätzliche Zeit-Komponente ist dauerhaft

Mit dem T-ZUG hat die IG Metall eine neue tarifliche Sonderzahlung neben dem Urlaubs- und Weihnachtsgeld in der Metall-und Elektroindustrie durchgesetzt. Das T-ZUG mit Wahloption auf tarifliche Freistellungszeit gibt es ab jetzt dauerhaft.

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Wie funktioniert das mit der flexiblen Arbeitszeit? Die IG Metall NRW erklärt das neue tarifliche Arbeitszeitmodell.

Laufzeit von 27 Monaten

Desweiteren bekommen bekommen Auszubildende ab 2019 bis zu drei freie Tage, um sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten und gilt bis März 2020.