Metallarbeiter in Werkstatt

METALL UND ELEKTROINDUSTRIE

Die Metall- und Elektroindustrie ist eines der Herzstücke der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen und die Branche mit den meisten Unternehmen im Zuständigkeitsbereich der IG Metall. Zur Metall- und Elektroindustrie gehört auch die Autobranche. Hier ist die IG Metall besonders gut aufgestellt. Bei den Fordwerken in Köln etwa ist der größte Teil der Beschäftigten Mitglied der IG Metall.

Aber auch der Maschinenbau, Exportmotor der deutschen Wirtschaft, gehört zur Metall- und Elektroindustrie. Die Branche ist stark mittelständisch geprägt mit vielen kleineren und mittleren Betrieben – und mit vielen organisierten Metallerinnen und Metallern. Die IG Metall Nordrhein-Westfalen führt die Tarifverhandlungen für rund 700.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie in NRW.

Tarifrunde 2021 gestartet - Zukunft sichern, 4 Prozent Volumen – Das sind unsere Forderungen

Die IG Metall fordert ein Volumen von 4 Prozent, um Zukunft und Beschäftigung zu sichern – und um die Einkommen zu stärken. Der Vorstand der IG Metall hat die Forderungen der gewählten Tarifkommissionen bestätigt.

In den Wochen zuvor haben die Mitglieder der IG Metall in den Betrieben und auf Versammlungen über mögliche Forderungen diskutiert. Die IG Metall hat zudem die Beschäftigten online befragt.

In NRW hat die Tarifkommission am 17. November ihre Forderungen beschlossen. Der IG Metall-Vorstand hat die Forderungen nun genehmigt:

  • Verbesserung der gekündigten Tarifregelungen zur Beschäftigungssicherung durch Modelle der Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich.
  • Tariflicher Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge. Dort sollen in den einzelnen Betrieben Regelungen zur Sicherung von Standort und Arbeitsplätzen festgelegt werden.
  • Ein Volumen von 4 Prozent zur Stärkung der Einkommen – also der Entgelte und Ausbildungsvergütungen – bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Dieses Volumen steht auch für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung, wie etwa einen Teilentgeltausgleich bei Arbeitszeitabsenkungen zur Verfügung.

Knut Giesler, IG Metall Bezirksleiter NRW und Verhandlungsführer: „Die gesamtwirtschaftliche Lage ist aufgrund der Corona-Pandemie äußerst angespannt. Das bedeutet einerseits, dass wir alles dafür tun müssen um Beschäftigung zu sichern. Das heißt aber auch, dass wir dort, wo es möglich ist, über die Stärkung der Kaufkraft einen Beitrag zu Stabilisierung der Konjunktur leisten müssen. Darum ist unsere Forderung ein Gebot der sozialen und wirtschaftlichen Vernunft.“

Die aktuellen Ergebnisse einer Beschäftigtenbefragung unterstützen die Forderung der IG Metall NRW. Die Befragung, an der sich knapp 50 000 Beschäftigte in NRW beteiligt haben, wurde im Zeitraum vom 21. September bis 13. November 2020 durchgeführt.

Eine große Mehrheit der Befragten hält Beschäftigungssicherung durch eine 4-Tage-Woche (64,3 Prozent), Zukunftstarifverträge (88,7 Prozent), eine Entgeltsteigerung (72,5 Prozent) und den Erhalt der Ausbildungsplätze (87,4 Prozent) für sehr wichtig oder wichtig mit Blick auf die anstehende Tarifrunde.

Knut Giesler: „Diese Ergebnisse zeigen, dass wir in der Tarifrunde die Themen aufgreifen, die den Menschen in der aktuell schwierigen Lage wichtig sind. Dem dürfen sich auch die Arbeitgeber nicht verschließen, wenn wir gemeinsam stark aus der Krise kommen wollen.“

Erstmals wird über den neuen Tarifvertrag für die etwa 700.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in NRW am 16. Dezember 2020 verhandelt

Flugblatt

Tarifrunde 2020

Abschluss sichert höheres Kurzarbeitergeld, Beschäftigung und freie Tage für Kinderbetreuung

IG Metall schließt Solidar-Tarifvertrag ab

In der Krise hilft nur Solidarität: Die IG Metall NRW hat angesichts der Corona-Pandemie einen besonderen Tarifvertrag mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie abgeschlossen. Er sorgt für höheres Kurzarbeitergeld, sichert Arbeitsplätze und ermöglicht Kinderbetreuung in Quarantäne-Zeiten – die drei dringendsten Themen für Beschäftigten. 

„Wir haben schnell gehandelt“, betont Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW. „Uns war es sicher, in diesen schwierigen so viel Sicherheit wie möglich für die Beschäftigten zu schaffen.“

Der Tarifvertrag gilt bis Ende 2020. Das sind die wichtigsten Eckpunkte der Regelung:

  • Die Jahressonderzahlung kann durch zwölf geteilt und auf das Monatsentgelt verteilt werden. Damit steigt das monatliche Einkommen – und entsprechend das Kurzarbeitergeld. Die Beschäftigten sind vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.
  • In den Betrieben wird ein Solidartopf eingerichtet, in den die Arbeitgeber 350 Euro für jeden Beschäftigten einzahlen (gerechnet nach Vollzeit-Arbeitsplätzen). Das Geld kann für Härtefälle im Betrieb verwendet werden. Wo Kurzarbeitergeld aufgestockt wird, kann der Arbeitgeber die 350 Euro verrechnen. Bleibt am 1. Dezember 2020 Geld im Topf übrig, wird anteilsmäßig an die Beschäftigten ausgezahlt.
  • Künftig können Beschäftigte mit Kindern bis zum Alter von zwölf Jahren (bislang acht Jahre) das tarifliche Zusatzgeld in freie Tage umwandeln. Außerdem können fünf bezahlte freie Tage für die Kinderbetreuung verwendet werden. 

Nach der Krise wird neu verhandelt

Die üblichen Tarifverhandlungen für die Branche werden bis zum Jahresende ausgesetzt. Beide Seiten haben sich darauf verständigt, dass sie die Gespräche nach Abklingen der Pandemie wieder aufnehmen. 

Um eine schnelle Einigung zu ermöglichen, griffen die Tarifparteien auf ein bewährtes Instrument zurück: den Tarifvertrag "Zukunft in Arbeit", der schon in der Krise 2009 und 2010 dafür sorgte, dass es nicht zu Entlassungen kam. Eine vernünftige und in der Krise für alle gute Lösung.

Tarifrunde 2018

Der Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie

Mehr Zeit und Geld 

Wir haben uns nach harter Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeberverband Metall NRW auf einen Tarifvertrag geeinigt und das Ergebnis für unsere über 700.000 Mitglieder in NRW kann sich sehen lassen: Alle Kolleginnen und Kollegen in der Metall- und Elektroindustrie bekommen 4,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit für zwei Jahre zu reduzieren. Der neue Tarifvertrag trägt damit dem zunehmenden Bedürfnis vieler Beschäftigten Rechnung, sich ihre Arbeits- und Lebenszeit flexibler gestalten zu wollen.

In der Arbeitszeit flexibel und Zeit für das was wichtig ist

Zusätzlich zur Steigerung bei Lohn und Gehalt liegt der Fokus des neuen Tarifvertrags auf dem Faktor Zeit. Die IG Metall packt damit ein großes gesellschaftliches Thema an – und bringt es ein in die Tarifverhandlungen. Die neue Arbeitszeitsouveränität trifft bei den Arbeitnehmern wie auch insgesamt bei den Menschen in Deutschland auf große Zustimmung. 

Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie können mit Abschluss des Tarifvertrags ab sofort stärker selbst über ihre Arbeitszeit bestimmen. Das haben die IG Metall und ihre Mitglieder in der Metall-Tarifrunde 2018 durchgesetzt. Die Beschäftigten können - bei Bedarf - ihre Arbeitszeit zeitweise auf verkürzte Vollzeit reduzieren, bis auf 28 Stunden. Und wer Zeit für die Kinder braucht, Angehörige pflegt oder Schicht arbeitet, kann zusätzliche acht Tage im Jahr freinehmen.

Treu nach dem Leitsatz der IG Metall NRW „Zeit für das was Wichtig ist“. Gemeint ist hiermit der wichtige Ausgleich für die belasteten Schichtarbeiter, aber auch Zeit für die Familie, die Pflege von Angehörigen oder auch ein Ehrenamt. 

4,3 Prozent mehr

Über das Schaffen der flexiblen Arbeitszeitkomponente gibt es auch ein sattes Plus bei den Löhnen und Gehältern in der Branche. So dürfen sich alle Beschäftigten ab dem 1. April über 4,3 Prozent mehr Geld und für Januar bis März über eine Einmalzahlung von 100 Euro freuen.

In einer zweiten Stufe gibt es von 2019 an ein tarifliches Zusatzgeld (T-ZUG) in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsgehalts und einen Festbetrag von 400 Euro. Eltern, Pflegende und Schichtarbeiter können statt diesem tariflichen Zusatzgeld acht zusätzliche freie Tage wählen. Das tarifliche Zusatzgeld (T-ZUG) setzt sich aus zwei Teilen zusammen, dem T-ZUG A ― 27,5 Prozent vom individuellen Monatsentgelt. Und dem T-ZUG B ― pauschal 400 Euro. Beschäftigte mit Kindern, zu pflegenden Angehörigen und in Schichtarbeit haben die Wahl und können anstelle von T-ZUG A zusätzlich acht Tage im Jahr freinehmen. Wer die acht Tage tarifliche Freistellungszeit gewählt hat, erhält die 27,5 Prozent nicht. Alle Beschäftigten jedoch erhalten das volle T-ZUG B in Höhe von 400 Euro. Für Auszubildende gibt es 200 Euro. Dadurch profitieren die unteren Einkommensgruppen überproportional.

Zusätzliche Zeit-Komponente ist dauerhaft

Mit dem T-ZUG hat die IG Metall eine neue tarifliche Sonderzahlung neben dem Urlaubs- und Weihnachtsgeld in der Metall-und Elektroindustrie durchgesetzt. Das T-ZUG mit Wahloption auf tarifliche Freistellungszeit gibt es ab jetzt dauerhaft.

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Wie funktioniert das mit der flexiblen Arbeitszeit? Die IG Metall NRW erklärt das neue tarifliche Arbeitszeitmodell.

Laufzeit von 27 Monaten

Desweiteren bekommen bekommen Auszubildende ab 2019 bis zu drei freie Tage, um sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten und gilt bis März 2020.