Stahlarbeiter im Betrieb

STAHL- UND EISENINDUSTRIE

Die IG Metall Nordrhein-Westfalen führt die Flächentarifverhandlungen für die Stahl- und Eisenindustrie in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen. Die Tarifverträge in der Eisen- und Stahlindustrie gelten für rund 68.000 Beschäftigte.

Tarifrunde 2022

Giesler: „Wir lassen uns diese Tarifrunde nicht mit einer Einmalzahlung abkaufen“

Düsseldorf, 23.05.2022

Die zweite Tarifverhandlung für die rund 68.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen – und Stahlindustrie endete heute in Düsseldorf nach zwei Stunden ohne Ergebnis. Die Arbeitgeber hatten in der ersten Verhandlung vor zehn Tagen 2100 Euro Einmalzahlung angeboten. Die IG Metall hat dieses Angebot als in Struktur und Volumen völlig unzureichend zurückgewiesen und die Arbeitgeber aufgefordert, ein Angebot vorzulegen, das eine dauerhaft wirkende Erhöhung der monatlichen Entgelte beinhaltet. Dazu waren die Arbeitgeber heute nicht bereit.

Knut Giesler, IG Metall-Bezirksleiter NRW und Verhandlungsführer: „Wir lassen uns diese Tarifrunde nicht durch eine Einmalzahlung abkaufen. Die Stahlbranche hat seit Monaten volle Auftragsbücher und die Gewinne sprudeln. Darum erwarten die Beschäftigten zu Recht, dass sie angemessen an der guten Geschäftsentwicklung beteiligt und nicht mit einer Einmalzahlung abgespeist werden.“

Giesler machte deutlich, dass die Verärgerung über die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber in der Verhandlungskommission groß sei: „Wir haben die Stahlbranche im letzten Jahr mit einem verantwortlichen Krisenabschluss gut durch die Pandemie gebracht. Die Beschäftigten haben teilweise mit Extraschichten ihren Beitrag dazu geleistet, dass jetzt richtig viel Geld in der Branche verdient werden kann. Nun wäre es an der Zeit, dass die Arbeitgeber angesichts der steigenden Inflation mit einer guten Entgelterhöhung soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten übernehmen. Aber da kam heute nichts. Das macht die Beschäftigten gerade angesichts der großen Gewinne wütend“, so der Gewerkschafter.

Giesler wies darauf hin, dass die Tarifkommission am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Tarifrunde beraten werde. „Mit dem Angebot einer Einmalzahlung ist die Eskalation des Konfliktes vorprogrammiert. Dafür tragen die Arbeitgeber Verantwortung“, sagte der Verhandlungsführer.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie eine Erhöhung der Monatsentgelte um 8,2 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit, über den Einsatz von Werkverträgen und zur Beschäftigungssicherung verlängert werden.

Weiterer Zeitplan:

31.05.2022: Ende der Friedenspflicht

10.06.2022: 3. Verhandlung

Tarifrunde 2022

Erste Verhandlung in der Tarifrunde Stahl: IG Metall weist Angebot der Arbeitgeber als unzureichend zurück

Düsseldorf, 13. Mai 2022

In der ersten Verhandlung der Tarifrunde für die 68.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie hat die IG Metall heute das Angebot der Arbeitgeber als in Volumen und Struktur unzureichend zurückgewiesen. Zwar sei es erfreulich, so Knut Giesler, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall in NRW, dass die Arbeitgeber die aktuell gute Situation der Branchen nicht leugnen und dass bereits in der ersten Verhandlung ein Angebot vorgelegt wurde. „Aber 2.100 Euro für 12 Monate sind in Volumen und Struktur im Vergleich zu unserer Forderung von 8,2 Prozent deutlich zu wenig.

Auf diesem Weg wird es schwierig, zu einem Ergebnis zu kommen. Wir brauchen eine deutliche Stabilisierung der Kaufkraft für unsere Kolleginnen und Kollegen. Die IG Metall begründet ihre Forderung von 8,2 Prozent mehr Entgelt gegenüber den Arbeitgebern mit der sehr guten wirtschaftlichen Lage der meisten Unternehmen.

Knut Giesler, IG Metall-Bezirksleiter NRW und Verhandlungsführer: „Das zweite Halbjahr 2021 war für viele Stahlunternehmen entgegen aller Erwartungen ein hervorragendes. Auch in diesem Jahr machen die meisten richtig satte Gewinne, etliche Unternehmen habe gerade erst ihre Prognosen angehoben. Das freut uns, denn die Stahlindustrie war in den letzten Jahren oft ein Sorgenkind. Das ist jetzt anders. Und davon müssen auch die Beschäftigten etwas haben.“

Darüber hinaus verwies Giesler auf die hohe Inflationsrate, die gerade viele Menschen extrem belastet. „Die Stahlunternehmen geben die steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe an ihre Kunden weiter. Das können die Beschäftigten nicht. Darum erwarten sie zu Recht eine ordentliche Erhöhung der Entgelte“, so Giesler.

Der Gewerkschafter betonte, dass die IG Metall in der Corona-Krise eine sehr verantwortliche Tarifpolitik betrieben habe. Giesler: „Diese Verantwortung erwarten wir jetzt auch von den Arbeitgebern. Die Beschäftigten brauchen soziale Sicherheit – und das heißt mehr Geld.“

Vor diesem Hintergrund adressierte der Verhandlungsführer die Forderung an die Arbeitgeber, in der zweiten Verhandlung ein neues Angebot vorzulegen, das die Erwartung der Beschäftigten nach einer ordentlichen Entgelterhöhung berücksichtigt. Ende Mai endet die Friedenspflicht. Deshalb bedarf es jetzt klarer Botschaften der Arbeitgeber, dass sie wirklich an einem ordentlichen Abschluss interessiert sind. Wenn bis dahin kein ordentliches Angebot der Arbeitgeber da ist, werden die Beschäftigten für ihre Forderung kämpfen.“

Weitere Zeitleiste:

23.05.2022: Zweite Verhandlung

31.05.2022: Ende der Friedenspflicht

Tarifrunde 2022

Tarifkommission fordert 8,2 Prozent für die Beschäftigten der Eisen- und Stahlindustrie

Düsseldorf, 26. April 2022

Die Tarifkommission der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie hat einstimmig die Forderungsempfehlung an den IG Metall-Vorstand beschlossen:  Demnach sollen die Monatsentgelte um 8,2 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten steigen. Darüber hinaus sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit, über den Einsatz von Werkverträgen und zur Beschäftigungssicherung für die rund 68 000 Beschäftigten verlängert werden.

„Die Beschäftigten erwarten angesichts der stark steigenden Preise und der guten Situation in vielen Betrieben eine ordentliche Erhöhung ihrer monatlichen Entgelte“, so Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW und Verhandlungsführer.

Die Diskussion in der Tarifkommission hat deutlich gemacht, dass diese Tarifrunde alles andere als gewöhnlich ist. Zum einen überschattet der brutale Angriff Russlands auf die Ukraine alles und führt zu hoher Unsicherheit. Die Kosten der Unternehmen für Energie und Rohstoffe sind seit Kriegsbeginn regelrecht explodiert. Zum anderen kann die Stahlindustrie diese gesteigerten Kosten bisher weitestgehend an die Kunden weitergeben. So lag der Warmbandpreis pro Tonne am 18. April 2022 bei 1351 Euro. Am 23. Februar, einen Tag vor Kriegsausbruch, lag der Preis noch bei 965 Euro. In der Berichterstattung der Tarifkommissionsmitglieder wurde deutlich, dass auch aufgrund dieser Entwicklung viele Stahlkonzerne zurzeit ein gutes Geschäft machen und ihre Ergebnisprognose für das Jahr 2022 angehoben haben.

Giesler betonte, dass jedem Tarifkommissionsmitglied klar sei, dass Tarifpolitik nicht alleine die kriegsbedingte Teuerungsrate ausgleichen könne. Daher sei es gut, dass die Politik, auch auf Drängen der IG Metall, erste Maßnahmenpakete verabschiedet habe, die Entlastung für die Menschen brächten.

Dennoch blieben berechtigte Interessen der Stahlarbeiterinnen und Stahlarbeiter, zumal es die letzte tabellenwirksame Entgelterhöhung im Jahr 2019 gegeben habe. Giesler: “Die IG Metall hat in der Tarifrunde im letzten Jahr zum Höhepunkt der Corona-Pandemie verantwortungsvoll gehandelt und dazu beigetragen, dass die Branche gut durch die Krise kam. Jetzt müssen die Unternehmen Verantwortung zeigen und die soziale Sicherheit der Beschäftigten schützen. Die Stahlbranche hat ein hervorragendes Jahr 2021 hinter sich. Und anders als die Beschäftigten können die Unternehmen jetzt die gestiegenen Kosten weiterreichen und damit in Profit umwandeln. Zudem liegt die Auslastungs- und die Auftragslage stabil auf hohem Niveau. Eine spürbare Erhöhung der Entgelte ist sozial gerecht und auch verkraftbar.“

Flugblatt

 

Verhandlungsergebnis Stahl 2021

Die IG Metall NRW und die Arbeitgeber der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben in der Nacht von Freitag auf Samstag nach 7 Stunden Verhandlung ein Verhandlungsergebnis erzielt. Die Beschäftigten erhalten am 30.06.2021 eine Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro. Die bereits bestehende jährliche Zahlung aus dem Tarifvertrag „zusätzliche Vergütung“ von 1.000 Euro wird ab dem Jahr 2023 um eine weitere zusätzliche tarifdynamische Zahlung in Höhe von 600 Euro ergänzt, die im Februar eines jeden Jahres ausgezahlt wird. Auf dem Weg dorthin, gibt es im Dezember 2021 zunächst 250 Euro und im Februar 2022 weitere 250 Euro. Diese zusätzlichen tariflichen Entgelte können auch zur Beschäftigungssicherung genutzt werden.

Auszubildende erhalten 300 Euro Corona-Prämie, zwei Tarifzahlungen à 150 Euro und eine jährliche tarifliche Erhöhung von 360 Euro ab Februar 2023.

Darüber hinaus wurden die Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung, Altersteilzeit und Werkverträgen verlängert. Die Tarifpartner haben vereinbart, in den kommenden Monaten einen Tarifvertrag für Dual Studierende zu entwerfen und gemeinsame tarifliche Regelungen der Transformation der Eisen- und Stahlindustrie zu finden.

Die Laufzeit der Tarifverträge geht bis zum 31.05.2022.

Knut Giesler: „In der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit haben die Tarifpartner in der Stahlindustrie einen verantwortungsvollen und fairen Kompromiss gefunden. Die Beschäftigten erhalten nicht nur eine Einmalzahlung; ihre Entgelte steigen auch dauerhaft. Dadurch wurden weitere Möglichkeiten zur Beschäftigungssicherung geschaffen. Positiv ist auch, dass die Auszubildenden und die unteren Entgeltgruppen überproportional von diesem Verhandlungsergebnis profitieren."

Flugblatt

 

1. Verhandlung in der Tarifrunde Eisen- und Stahlindustrie 2021

Zu Beginn der Tarifrunde für die 70.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie hat die IG Metall ihre Forderung nach einem Volumen von vier Prozent, das zur Stärkung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen sowie zur Finanzierung von Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann, begründet.

Knut Giesler, Bezirksleiter IG Metall Nordrhein-Westfalen und Verhandlungsführer: „Alle Stahlhersteller haben ein schwieriges Jahr 2020 durchlebt. Seit einigen Monaten geht es deutlich aufwärts. Die Nachfrage nach Stahl ist Ende 2020 deutlich gestiegen. Die Stahlpreise schießen durch die Decke, sodass das Jahr 2021 ein gutes Stahljahr wird.“

Giesler verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass selbst Vertreter der Arbeitgeberseite in der letzten Woche gegenüber Journalisten davon gesprochen haben, dass die Stimmung deutlich besser geworden sei und das Jahr 2021 aller Voraussicht nach ein ganz gutes Stahljahr werden könne.

Nach Angaben des Gewerkschafters gebe es aber auch Unternehmen, die nach wie vor in einer schwierigen Situation seien. Umso wichtiger seien deshalb Instrumente zur Sicherung der Arbeitsplätze. Die IG Metall fordert deshalb auch die Verlängerung des Tarifvertrags Beschäftigungssicherung und des Tarifvertrags zur Altersteilzeit. Giesler: „Auch die 4 Prozent Volumen können dort, wo es nicht gut läuft, zur Beschäftigungssicherung verwendet werden.“

Tarifrunde 2021

Die Tarifrunde für die nordwestdeutsche Eisen- und Stahlindustrie wirft ihre Schatten vorraus. Im Januar 2021 beginnt die Forderungsdiskussion in den Betrieben. Im Februar wird die Forderung beschlossen.

Für die Diskussionen in den Betrieben haben wir ein Flugblatt gemacht, dass ihr hier findet.

Der Tarifvertrag für die Stahl- und Eisenindustrie

Starkes Team, starkes Ergebnis

Das ist wieder einmal eine echte Teamleistung der IG Metall: Denn der erfolgreiche Tarifabschluss war nur durch die Geschlossenheit und das gute Zusammenspiel aller Kräfte möglich – von der Basis bis zur Verhandlungskommission haben alle ihren Anteil. Genauer gesagt: Über 26.000 Stahlarbeiter haben in den vergangenen Wochen und Monaten die Forderungen der IG Metall unterstützt. "Dafür möchte ich allen herzlich danken“, so der Bezirksleiter NRW Knut Giesler. „Ohne diesen Rückhalt hätten wir dieses große Tarifpaket nicht schnüren können.

3,7 Prozent mehr und 1000 Euro zusätzliche tarifliche Vergütung

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein kräftiges Plus beim Lohn und ab 2020 eine zusätzliche tarifliche Vergütung , die in freie Tage umgewandelt werden kann. Der neue Vertrag gilt für die 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie und konnte nach vielen Monaten und einem 16-stündigem Verhandlungsmarathon mit dem Arbeitgeberverband in der finalen Runde abgeschlossen werden.

Im Detail sieht das so aus: Ab März 2019 steigen die Löhne und Gehälter um 3,7 Prozent. Zusätzlich erhalten alle Beschäftigten einmalig 100 Euro für die Monate Januar und Februar. Auszubildende bekommen je nach Ausbildungsjahr eine zweistufige Erhöhung der Auszubildendenvergütung von 88 bis 188 Euro, was einem Zuwachs von 9,9 bis 18,7 Prozent entspricht.

Eine neue Zeit bricht an – für alle

Zusätzlich zur Steigerung bei Lohn und Gehalt liegt der Fokus dieses Tarifvertrags – wie auch schon bei der Metall- und Elektroindustrie – auf dem Faktor Zeit. Die neue Arbeitszeitsouveränität erhält bei den Beschäftigten der Stahl- und Eisenindustrie große Zustimmung. Und auch insgesamt wird sie in Deutschland positiv diskutiert. Die IG Metall packt damit ein großes gesellschaftliches Thema an – und bringt es ein in die Tarifverhandlungen.

Mit Erfolg: Ab 2020 erhalten alle Beschäftigten eine zusätzliche tarifliche Vergütung von 1.000 Euro, die im Juli ausgezahlt wird. Sie ist tarifdynamisch, das heißt, sie wird regelmäßig erhöht. Jeder, der statt des Geldes lieber mehr Zeit haben möchte, kann diese Vergütung auch in zusätzliche freie Tage umwandeln. Möglich sind bis zu fünf freie Tage für jeden Einzelnen.

Treu nach dem Leitsatz der IG Metall NRW „Zeit für das was Wichtig ist“. Gemeint ist hiermit der wichtige Ausgleich für die belasteten Schichtarbeiter, aber auch Zeit für die Familie, die Pflege von Angehörigen oder auch ein Ehrenamt.

Laufzeit von 26 Monaten

Des Weiteren verlängern sich die Tarifverträge zu Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Werkverträgen. Außerdem wurde eine Verhandlungsverpflichtung zur tariflichen Absicherung der Dual Studierenden vereinbart.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 26 Monaten und gilt bis Februar 2021.

  • Für Januar und Februar 2019 sind einmalig 100 Euro fällig.
  • Ab 1. März 2019 steigen rückwirkend die Löhne und Gehälter um 3,7 Prozent.
  • Ab Juli 2020 gibt es eine zusätzliche tarifliche Vergütung von 1000 Euro, die in freie Tage umgewandelt werden kann.
  • Die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen haben Anspruch auf fünf freie Tage, die oberen auf vier.

  • Die Auszubildenden erhalten in zwei Schritten 88 bis 188 Euro mehr Geld.
  • Die Tarifverträge zu Altersteilzeit, Beschäftigungssicherung und Werkverträgen werden verlängert.
  • IG Metall und Arbeitgeberverband Stahl verpflichten sich, einen Tarifvertrag für Dual Studierende  abzuschließen.
  • Der Tarifvertrag gilt 26 Monate und läuft Ende Februar 2021 aus.