Aktuelles IG Metall
22/01/2016

"Wir konzentrieren uns aufs Geld"

In der Metalltarifrunde 2016 wird sich die IG Metall "auf das Thema Geld konzentrieren". Das sagte die Zweite Vorsitzende Christiane Benner auf der Beschäftigtentagung der IG Metall NRW heute in Düsseldorf.

Vor 360 Verwaltungsangestellten und politischen Sekretären der nordrhein-westfälischen IG Metall stellte Christiane Benner den Fahrplan der Tarifrunde vor: Am 28. Januar werden bundesweit alle Tarifkommissione in der Metall- und Elektroindustrie eine Forderungsempfehlung an den Vorstand beschließen; 2. Februar wird der Vorstand seinerseits eine Forderung empfehlen, die dann abschließend beschlossen werden - am 23. Februar von den Tarifkommissionen und am 29. Februar vom Vorstand selbst.

Dann ist Zeit für Verhandlungen. Die Friedenspflicht endet am 28. April. Am 29. April könnten die ersten Warnstreiks stattfinden.

Zur Höhe der Entgeltforderung äußerte sich die Zweite Vorsitzende nicht. "Ich will den Tarifkommissionen nicht vorgreifen."

Die gebürtige Aachenerin betonte vielmehr zwei andere Themen, die in dieser Tarifrunde eine wichtige Rolle spielen sollen: Gelingt es, in dieser Tarifrunde neue Mitglieder zu gewinnen? In der Tarifrunde 2015 sei das gelungen, "gerade in NRW". Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht.

Das zweite Thema laute "Tarifbindung". Immer weniger Betriebe erkennen die Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie an - und das habe dramatische Folgen: Die Beschäftigten in den nicht tarifgebundenen Betrieben verdienen durchschnittlich 18 Prozent weniger, und das bei gleicher Qualifikation. Die IG Metall wolle deshalb auch solche Betriebe in die Tarifrunde einbeziehen, an denen Tarifrunden "bislang vorbeigezogen sind".

"Das ist neu", sagte IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler auf der Beschäftigtentagung. Der Grund: Nur noch für jeden zweiten Beschäftigten gilt der Flächentarifvertrag! Die IG Metall trage aber "Verantwortung für alle Beschäftigten der Branche". Den Arbeitgebern, die keine Tariflöhne zahlen, müsse klar gemacht werden: "Tarifflucht zahlt sich nicht länger aus!"

Zur wirtschaftlichen Lage sagte Giesler, der auch die Tarifverhandlungen in NRW führt: "Die Wirtschaft ist auf einem stabilen Wachstumskurs."

Bei der Aufstellung einer Tarifforderung orientiert sich die IG Metall an zwei Eckdaten: an der Inflationsrate der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent und der Trendproduktivität von derzeit 1 Prozent. Hinzu kommt die sogenannte Umverteilungskomponente - die Umverteilung von Gewinnen der Unternehmer in die Taschen den Beschäftigten.

Knut Giesler wies auf ein besonderes Problem hin: "Die wirtschaftliche Lage in NRW ist schwächer als im Süden Deutschlands." Sogar in NRW selbst sei sie sehr differenziert.

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