Betriebe
05/11/2009

Nach Rückschlag: Opelaner geben nicht auf

Vor 3.000 Beschäftigten hat IG Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard heute im Bochumer Opel-Werk den Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hart attackiert. Dessen Verhalten, den geplanten Verkauf von Opel an Magna nach monatelangem Machtpoker über Nacht abzublasen, sei "eine große Verarschung".

Burkhard pocht auf Einhaltung des sogenannten Zukunftsvertrags, der die Existenz des Standorts Bochum bis 2016 sichert. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) fordert von GM, das Sanierungskonzept für Opel bekannt zu geben.

Der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel erinnert an das Wechselbad der Gefühle, das die Belegschaft seit einem Jahr mitmacht. Dem US-Konzern wirft er vor, nur am Profit interessiert zu sein, nicht an den Beschäftigten. Das Management habe mit dem Schicksal der Menschen gepokert. Einenkel betont, dass die Belegschaft trotz zu erwartender Arbeitsplatzverluste auch unter Magna-Regie zu großen Verzichtsleistungen bereit gewesen ist. Damit sei jetzt Schluss. "Alles, was eingespart werden sollte, muss jetzt ausgezahlt werden", sagt der Betriebsratsvorsitzende - und erwähnt die Tariferhöhung von 4,2 Prozent in diesem Jahr. Laut Einenkel stehen "weiterhin schwierige Verhandlungen" an; er hoffe, dass die GM-Manager möglichst bald "sagen, was sie wollen". Nach den Worten von GM-Vizepräsident John Smith könnte es für Bochum eine attraktive Lösung geben. Einenkel: "Sollte das heißen, dass wir den Zafira und weitere Modelle produzieren, könnten wir in Verhandlungen einsteigen." Für den Betriebsratsvorsitzenden ist klar: "Ohne Opel hat General Motors keine Zukunft - und ohne Bochum hat Opel keine Zukunft."

Der Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagt, dass es ihn wütend mache, dass der US-Autobauer alle Verabredungen plötzlich über den Haufen geworfen habe. "Wir wollen die Pläne von General Motors sehen", fordert der CDU-Politiker, "damit man notfalls kämpfen oder verhandeln kann".

Mut macht auch IG Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard. Selbstbewusst weist er die Drohung von GM zurück, Opel pleite gehen zu lassen, falls die Belegschaft sich nicht kooperativ zeige, sondern Widerstand leiste. Das sei "der Gipfel der Unverschämtheit". Burkhard sieht "nicht den geringsten Grund, dem Management entgegenzukommen". Man sei nicht weiter bereit, in Vorleistung zu treten: "Wir wollen jetzt das Geld, das uns seit Monaten zusteht", sagt der IG Metall-Bezirksleiter. Gleichwohl weiß er - und sagt es auch: "Wir werden mit GM reden müssen!"

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