Gemeinsam für ein gutes Leben
09/10/2011

Bundespräsident Wulff lobt die Gewerkschaften

„Drei Stunden Politik, Musik und Kabarett: Die Eröffnung des Gewerkschaftstages war sehr abwechslungsreich, hatte jedem etwas zu bieten, war ein gelungener Start.“ Sagte Sabrina Bieker, 23, nach der Veranstaltung am Sonntagabend in der Karlsruher Schwarzwaldhalle. Sie ist die jüngste Delegierte aus Nordrhein-Westfalen. Und berichtet an dieser Stelle täglich über den Gewerkschaftstag.

Detlef Wetzel, unser Zweiter Vorsitzender, hat über die Jugend gesprochen; da horche ich natürlich auf. Er sagte, dass vor allem die junge Generation darunter zu leiden habe, dass sich die Gesellschaft immer mehr in oben und unten spaltet.

Von wegen "Glückes Schmied"

Die alte Weisheit, wonach jeder seines Glückes Schmied ist, gelte nicht mehr. „Junge Menschen, die keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben oder sich von einem unsicheren Beschäftigungsverhältnis zum nächsten hangeln, Niedriglöhne beziehen, sich in Leiharbeit, Befristung oder Dauerpraktikum befinden, können nichts schmieden“, heißt es in seiner Rede. Und das trifft die Sache auf den Punkt.

Sehr gut gefallen hat mir auch sein Hinweis, dass gute Arbeit und soziale Sicherheit im Betrieb und in der Gesellschaft erstritten werden müssen. Dass wir unsere Ziele nur gemeinsam erreichen, und wenn wir viele sind. Gewerkschaft braucht Mitglieder, nur dann sind wir stark.

Die Liedermacher Konstantin Wecker und Hannes Wader kannte ich nicht. Aber die beiden sind mir sympathisch, die kamen da vorn auf der Bühne ganz locker rüber.

Das Leben kann so schnell vorbei sein

Die Totenehrung war ergreifend. Die ganze Halle, die bislang in rotes Licht getaucht war, wechselt die Farbe: ins Blaudunkel. Vorn auf der Leinwand, also vor den 1600 Leuten im Saal, erscheint eine brennende Kerze. Dann folgt - wie eine Art Filmabspann - eine schier endlose Liste verstorbener IG Metall-Mitglieder. Das gibt einem zu denken. Das Leben kann so schnell vorbei sein. Mich spornt das an, jetzt für unsere Ziele zu kämpfen, nicht auf der faulen Haut zu liegen und andere machen zu lassen.

Der Bundespräsident hat unsere Botschaft verstanden

Bundespräsident Christian Wulff hat in seiner halbstündigen Rede vieles gesagt, was vielen gefallen hat. Er hat die Gewerkschaften gelobt; es sei mit ihr Verdienst, dass Deutschland so gut aus der Krise herausgekommen sei und wieder Tritt gefasst habe. Er hat die Mitbestimmung gelobt: „Wo kooperativ gearbeitet wird, wird produktiver gearbeitet.“ Und er hat gesagt, dass man sich den Problemen der Jugend – Leiharbeit und befristete Beschäftigung zum Beispiel – „mehr widmen“ müsse. Unsere Botschaft vom Jugendaktionstag am 1. Oktober in Köln ist also beim Bundespräsidenten angekommen!
Unser Erster Vorsitzender Berthold Huber meinte nach Wulffs Rede, es lohne sich, sie nachzulesen. Das finde ich auch.

Das Beste an der Rede von Winfried Kretschmann, dem grünen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, war sein Versprechen, ein Tariftreuegesetz zu verabschieden. Das Land wird öffentliche Aufträge also künftig nur an Firmen vergeben, die ihren Beschäftigten tariflich vereinbarte Löhne und Gehälter zahlen. Kretschmann redet nicht nur, sondern tut etwas! Gut so.

Der Kabarettist Florian Schröder hat sowohl Wulff als auch Kretschmann karikiert. Schade, dass beide schon weg waren. Sie hätten über sich lachen können.

Die Initiative „Respekt – Kein Platz für Rassismus“, mit der die IG Metall kooperiert, hat sich vorgestellt. In vielen Betrieben hängen ja schon „Respekt“-Schilder. Der Schauspieler und „Respekt“-Botschafter Peter Lohmeyer meinte, es sei unser Job, „hinter dem Schild zu stehen“. Wir, die IG Metall-Jugend, tun das. Rassismus geht gar nicht, das hat sich die IG Metall-Jugend längst auf die Fahnen geschrieben.

Detlef Wetzel war mal Jugendvertreter, wie ich

Zum Schluss hat wieder Detlef Wetzel gesprochen. Und darauf hingewiesen, dass wir am Montag und Dienstag nicht mit Bus und Straßenbahn zum Gewerkschaftstag kommen können, weil der öffentliche Dienst streikt. Was echt cool ist: Detlef Wetzel war früher mal, was ich bis vor kurzem auch war: Jugendvertreter bei der SMS Siemag AG in Siegen. Da siehst du, wohin das führen kann!

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