Betriebe
24/01/2012

"Alarmstufe Rot" - Aufruf zur Kundgebung in Bochum

Die Verhandlungen über den Zusammenschluss der Thyssen-Krupp-Edelstahlsparte Inoxum mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu laufen weiter auf Hochtouren. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die IG Metall und die Betriebsräte der betroffenen Firmen - Nirosta und VDM - rufen zur Kundgebung am Freitag, 27. Januar, in Bochum auf.

Die Veranstaltung beginnt um "5 vor 12" auf dem Husenman-Platz. Sprechen werden IG Metall-Vorstandsmitglied Bertin Eichler und der
Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Thyssen-Krupp-Edelstahlsparte
Bernd Kalwa.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sprach sich für eine
sozialverträgliche Lösung bei einem möglichen Zusammengehen der
beiden Konkurrenten aus. "Ich glaube, dass Thyssen-Krupp in der Lage
sein könnte, das Ganze ohne betriebsbedingte Kündigungen
hinzubekommen. Das wäre für den Standort NRW außerordentlich
wichtig", sagte Kraft in Düsseldorf.
 
Nach dem Bekanntwerden der Gespräche über ein mögliches
Zusammengehen von Inoxum und Outokumpu waren in der Belegschaft
Befürchtungen vor eine massiven Arbeitsplatzabbau laut
geworden. Die IG Metall befürchtet bei Schließungen an den Standorten
Krefeld und Bochum kurzfristig den Verlust von bis zu 1000
Arbeitsplätzen. Langfristig könnten bis zu 2500 Arbeitsplätze
in Deutschland in Gefahr sein, hieß es.
 
Mit rund 11 .00 Beschäftigten erwirtschaftete die
Thyssen-Krupp-Edelstahlsparte im vergangenen Geschäftsjahr einen
Umsatz von 6,7 Milliarden Euro und ist damit Weltmarktführer. Nach
einer Wertberichtigung von 800 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem
bevorstehenden Verkauf wies die Sparte für 2010/2011 (30. September) einen
Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 785 Millionen Euro aus.

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