Erster Mai IG Metall
01/05/2013

Hoffmann fordert Ende der Sparpolitik in Europa

3500 Menschen nahmen an der Mai-Kundgebung des DGB in Köln teil. Unter ihnen hunderte Metaller, hauptsächlich von Ford. Der IG Chemie-Gewerkschafter und designierte DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann forderte "Schluss mit dem deutschen Spardiktat in Europa".

Um 12 Uhr stimmt die Bläsertruppe "Dicke Luft" am Gewerkschaftshaus das Stück "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" an - und ein unüberschaubar langer Demozug setzt sich in Bewegung. Vorneweg tragen prominente Gewerkschafter wie Reiner Hoffmann, Leiter der IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) Nordrhein, und der Köln-Bonner DGB-Vorsitzende Andreas Kossiski ein großes Transparent mit dem Motto des Tags der Arbeit 2013: "Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa." Das Spruchband nimmt die ganze Straßenbreite ein.

Der Zug zieht quer durch die City zum Heumarkt. Dort treffen die Demonstranten um 13 Uhr ein. Die Sonne scheint, es herrschen frühlingshafte Temperaturen.

Ramón Górriz vom spanischen Gewerkschaftsbund CCOO berichtet über die Krise in seiner Heimat und den Folgen der Sparpolitik: "Zwei Millionen Familien sind ohne Einkommen." Der Gewerkschafter kündigt an, den Kampf gegen die arbeitnehmerfeindliche Politik seiner Regierung fortzusetzen: "Der einzige Kampf, den man verlieren kann, ist der, an dem man sich nicht beteiligt."

"Freiheit für Hoeneß"

In dieselbe Kerbe schlägt der Landesleiter der IG BCE Nordrhein, Reiner Hoffmann, der nach Medienberichten 2014 den DGB-Vorsitzenden Michael Sommer beerben soll. Hoffmann kritisiert, dass die Krise in Europa "in eine Staatsschuldenkrise uminterpretiert worden ist", und damit so getan werde, als hätten die Menschen - vor allem in Südeuropa - über ihre Verhältnisse gelebt. Tatsächlich handle es sich um eine von Banken und Spekulanten verursachte Krise. Deshalb müsse vorrangig der Finanzmarkt reguliert werden, damit er wieder "den Menschen dient, nicht den Spekulanten".

Neben der Rednerbühne steht eine Truppe "Kapitalisten"; sie halten Schilder hoch, auf denen Sprüche stehen wie "Freiheit für Hoeneß" und "Euer Geld ist ja nicht weg, es ist nur woanders". Hoffmann zitiert diesen Spruch und sagt "Wir wissen auch, wo. Und wir werden es uns zurückholen!"

Ein Kurswechsel in Europa, sagt Hoffmann, erfordere einen Kurswechsel in Berlin. Es müsse Schluss sein mit dem deutschen Spardiktat in Europa. Im Jahr 2008, auf dem Höhepunkt der Krise in Deutschland, habe die schwarz-rote Bundesregierung mit Erfolg zwei Konjunkturprogramme aufgelegt (keine Sparprogramme). "Eine Politik, die in Deutschland erfolgreich war", schlussfolgert Hoffmann, "können wir den anderen Staaten in Europa nicht verweigern!"

Tags Erster Mai IG Metall