Politik
06/11/2013

Junge Metaller zeigen Rassisten die rote Karte

Beispielhaft: Über 80 Auszubildende aus acht Metallbetrieben in Gevelsberg, Hattingen, Ennepetal und Sprockhövel eröffneten am Montag, 4. November, die Gevelsberger Woche für Zivilcourage - gegen rechte Gewalt. Ihr Jugendaktionstag stand unter dem Motto "Wir zeigen Respekt! Rassismus kriegt die rote Karte!"

Im Gevelsberger "Filmriss-Kino" setzten sich die jungen Metaller und Metallerinnen mit Vorurteilen gegen Migranten auseinander, und wie man damit umgehen kann. Sie erörterten, was sie unter rechtem Gedankengut verstehen: Sie verbinden damit Hass, Gewalt, Ausgrenzung Andersdenkender und Ausländerfeindlichkeit. Nachgefragt erläuterten die Jugendlichen, dass ihnen dies sehr oft bei Fußballspielen auf dem Sportplatz und im Alltag begegnet. Vielfach würden Vorbehalte gegen Asylbewerber durch die Berichterstattung in den Medien verstärkt.

Plädoyer für betrieblichen "Toleranztag"

Die Jugendlichen kamen überein, dass es wichtig sei im Betrieb „Zeichen zu setzen", für einen respektvollen Umgang miteinander: Speziell ernannte „Beauftragte" müssten sich im Betrieb um das Miteinander der unterschiedlichen Nationen kümmern. Sie plädierten für einen betrieblichen „Toleranztag". Das Anbringen des Schildes „Respekt! Kein Platz für Rassismus" am Werkseingang oder am Eingang der Auszubildendenwerkstatt könne zum Ausdruck bringen: „Alte und neue Nazis, rechtes Gedankengut oder Ausgrenzung finden in unseren Ausbildungswerkstätten und Betrieben keinen Platz". So heißt es in der gemeinsamen Erklärung, die die Jugendlichen am Ende der Versammlung be-schlossen. 

Demo durch die Stadt zum Rathaus

Danach trugen sie ihre Botschaft in die Öffentlichkeit: Unter dem Transparent „Bunt gegen braun‘" demonstrierten die jungen Gewerkschafter mit Trillerpfeifen und Transparenten durch die Mittelstraße zum Rathaus in Gevelsberg. „Solidarität ist das Grundprinzip von Gewerkschaften, und die greift nicht nur wenn wir gemeinsam für bessere Tarifverträge kämpfen, sondern auch im Umgang miteinander", zitierte Robin Libuda, Jugendvertreter von O&K in Hattingen, im Rathaus aus der Erklärung.

Bürgermeister Claus Jacobi lobte in seiner Begrüßung das Motto „Bunt statt braun". Denn: „Niemand ist so bunt aufgestellt wie die Belegschaften in den metallverarbeitenden Betrieben." Er erinnerte an die Kampagnen der Ge-werkschaftsjugend unter dem Motto „Mach’ meinen Kumpel nicht an". Jennifer Schmidt, Jugendsekretärin der IG Metall, übergab mit Robin Libuda dem Bürgermeister ein Schild „Respekt! Kein Platz für Rassismus!", das im Rathaus für die Öffentlichkeit sichtbar seinen Platz finden soll.

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