Politik
10/06/2014

Fiesta bleibt in Köln - Beschäftigung bis 2021 gesichert!

Gute Nachrichten für den Industriestandort NRW: Die nächste Fiesta-Generation ab 2017 wird in Köln produziert. Der Gesamtbetriebsrat setzte gleichzeitig eine Beschäftigungssicherung bis 2021 durch. Die Belegschaft machte dafür Zugeständnisse.

Nach langen Verhandlungen konnte der Gesamtbetriebsrat der Ford Werke GmbH eine Vereinbarung zugunsten der deutschen Standorte abschließen. "Die gewerkschaftlich gut organisierten Belegschaften in Köln und Saarlouis haben diese Verhandlungen unterstützt, nicht zuletzt mit der hervorragenden Beteiligung an der Kundgebung des Betriebsrates für den Erhalt der Kölner Fiesta-Fertigung am 14. Februar 2014", sagte Witich Roßmann, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Köln-Leverkusen.

Die neue Investitionsvereinbarung, die am 1. Januar 2017 in Kraft tritt, schließt betriebsbedingte Kündigungen bis 2021 aus, sichert die Fiesta-Fertigung in Köln und die Zukunft der Ford-Standorte in Köln und Saarlouis. Sie ist eine der zeitlich am weitesten reichenden Vereinbarungen in der deutschen Autoindustrie. Und umfasst diese Eckpunkte:

• Die nächste Fiesta-Generation wird ab 2017 ausschließlich in Köln gebaut. Die Fertigung erfolgt in einer flexibleren Zwei-Schicht-Produktion.

• Die Fertigung im Kölner Motorenwerk wird ab 2017 auf drei Schichten erhöht.

• Das Werk in Saarlouis bleibt der einzige Standort für Focus und C-Max.

• Die Produktentwicklung in Köln wird durch die Einstellung von 500 Mitarbeitern in 2014 ausgebaut.

• Das Ersatzteilzentrum der Ford Customer Service Division (FCSD) in Köln behält seine strategische Stellung in Europa.

• Die Ausbildung von Facharbeitern wird fortgesetzt. Es werden weiterhin mindestens 150 Jungfacharbeiter pro Jahr in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.

• Köln und das Forschungszentrum in Aachen bleiben das Herz des europäischen Engagements von Ford in Sachen alternative Antriebe und neue Mobilität.

IG Metall-Tarifverträge bleiben Grundlage der Arbeits- und Entgeltbedingungen

Witich Roßmann kommentierte: „Das hohe Engagement der Ford-Belegschaft für den Fiesta wurde belohnt. Der Betriebsrat hat gegen viele Widerstände den Produktionsstandort in Köln sichern können. Der Betriebsrat sowie das deutsche und europäische Management haben sich intensiv für diese Lösung auch in der amerikanischen Ford-Zentrale engagiert. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist es ein besonderer Erfolg, dass die IG Metall-Tarifverträge Grundlage der Arbeits- und Entgeltbedingungen der Ford-Belegschaften bleiben.“

Die Belegschaft flankiert diese Vereinbarungen durch Verzicht auf die bisherigen Jubiläumsregelungen des Unternehmens sowie flexiblere Produktionsformen.

Die rund 24 000 Beschäftigten der Ford-Werke in Köln und Saarlouis "können aufatmen", schreibt die Nachrichtenagentur dpa.

Auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Martin Hennig zeigte sich sehr zufrieden mit dem erreichten Kompromiss: "Der Verlust der Fiesta-Produktion hätte für den Standort Köln das Sterben auf Raten bedeutet", sagte er. Bis zu 10.000 Arbeitsplätze bei Ford und den Zuliefererfirmen seien in Gefahr gewesen. Nun sei es gelungen, den Beschäftigten für die nächsten siebeneinhalb Jahre Sicherheit zu geben. Auf der Betriebsversammlung bei Ford in Köln erhielt Hennig heute "standing ovations", die 8000 Beschäftigten erhoben sich von ihren Sitzen und applaudierten ihm.

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