Aktuelles Politik
24/01/2016

Für sauberen Stahl - weltweit

Mit einer Aktionswoche vom 25. bis 29. Januar macht die IG Metall bundesweit auf die Probleme der Stahlindustrie aufmerksam. Koordiniert werden die Aktionen vom IG Metall-Zweigbüro in Düsseldorf.

Nicht nur Kohlekraftwerke und Autos, auch Industrieunternehmen wie die Stahlbetriebe stoßen das Treibhausgas Kohlendioxyd (CO2) aus. Unstrittig ist: Der CO2-Ausstoß muss verringert werden. Bisher geschieht das, indem die EU Emissionsrechte ("CO2-Zertifikate") verkauft. Wer die Umwelt verschmutzt, soll zahlen.

Eine gute Idee, die aber nicht wirklich funktioniert. Es gibt zu viele Zertifikate, ihr Preis ist deshalb gering. Jetzt will die EU das Angebot verknappen, was den Preis erhöht - um mehr als 1 Milliarde Euro, allein in Deutschland. Und das kann die Industrie nicht stemmen. 1 Milliarde Euro - das entspricht den jährlichen Investitionen der Branche.

Die sauberste Produktion soll belohnt werden

Die IG Metall fordert eine andere Politik: Nicht die Verschmutzung der Umwelt soll bestraft, sondern die sauberste Produktion soll belohnt werden. "Die 10 Prozent effizientesten Anlagen müssen kostenfreie Zertifikate erhalten", sagt Heiko Reese, der Leiter des IG Metall-Zweigbüros. 90 Prozent der C02-Emissionen der Stahlindustrie gelten als "prozessbedingt", können also nach jetzigem Stand der Forschung nicht verringert werden.

Ein weiteres Problem ist der billige, vom chinesischen Staat subventionierte Stahl aus Fernost. Er überschwemmt den Rest der Welt, drückt die Preise - und belastet das Klima stärker als der europäische Stahl. 1 Tonne Stahl, in China produziert, verursacht 2,0 Tonnen CO2 - in Europa produziert nur 1,4 Tonnen!

Die IG Metall hat bereits mehrere Stahlgipfel mit Landesregierungen und der Industrie veranstaltet und mit EU-Präsident Martin Schulz gesprochen. Vom 25. bis 29. September werden vor den Werkstoren und den Waschkauen der Stahlbetriebe Flugblätter verteilt, es finden Vertrauensleute-Versammlungen, Pressekonferenzen und in der Duisburg Innenstadt beispielsweise eine Aktion zur Aufklärung der Bevölkerung.

Flugblatt

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