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05/07/2016

Streik bei IMA Klessmann beendet

Der Arbeitskampf beim Maschinenbauer IMA Klessmann in Lübbecke ist beendet. Gestern Abend erzielte die IG Metall Minden ein Verhandlungsergebnis, dem über 80 Prozent der IG Metall-Mitglieder zustimmten.

Seit elf Uhr arbeiten die Beschäftigten von IMA Klessmann wieder. Ihr Arbeitskampf hatte am Dienstag vergangener Woche, 28. Juni, begonnen. Der Grund: Die Geschäftsführung hatte den Tarifvertrag zum Jahresende 2015 gekündigt. Zudem forderte sie den Verzicht auf Tariferhöhungen (für zwei Jahre) und den Verzicht auf die Bezahlung von drei Überstunden pro Woche (für drei Jahre). Die Verhandlungen darüber scheiterten.

Schon am Mittwoch, 29. Juni, hatte die Geschäftsführung von Klessmann um Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen gebeten. Das geschah bereits einen Tag später, am Donnerstag, 30. Juni. Ein Verhandlungsergebnis wurde am Montagabend erzielt. Heute wurde es der Belegschaft vorgestellt. Mehr als 80 Prozent der IG Metall-Mitglieder nahmen es an, womit der neue Tarifvertrag in trockenen Tüchern ist.

Er sieht vor, dass IMA Klessmann alle Tarifverträge der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie NRW anerkennt, rückwirkend zum 1. Juli. „Damit haben wir das Hauptziel des Streiks – die Wiederherstellung der Tarifbindung – erreicht“, sagte der Mindener IG Metall-Bevollmächtigte Lutz Schäffer. 

Die im Mai vereinbarte Entgelterhöhung für Metall-Elektro NRW von insgesamt 4,8 Prozent wird nicht sofort gezahlt. Sie ist fällig, wenn der NRW-Tarifvertrag Ende 2017 ausläuft. Dann zahlt Klessmann so viel Entgelt wie alle anderen Metallunternehmen.

Dass jedes Verhandlungsergebnis ein Kompromiss ist, macht sich beim Thema Wochenarbeitszeit bemerkbar. Sie steigt unentgeltlich auf 38 Stunden, sinkt dann auf 37,5 und 36 Stunden. Ab 2020 gilt wieder die 35-Stunden-Woche.

„Die Belegschaft geht gestärkt aus diesem Streik hervor“, sagt Streikführer Lutz Schäffer. „Unsere Botschaft lautet: Tarifflucht lohnt sich nicht.“

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