Betriebe
06/04/2009

IG Metall besteht darauf: "Keine Kündigungen!"

Die IG Metall-Spitze hat vor 14.000 Stahlarbeitern in Duisburg-Beeck ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz Wortbruch vorgeworfen. Schulz hatte im Rahmen des geplanten Konzernumbaus betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen nicht ausgeschlossen - entgegen einer anderslautenden Vereinbarung mit der IG Metall und den Betriebsräten.

Bertin Eichler, Hauptkassierer der IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der ThyssenKrupp AG, zitierte das Motto der Protestkundgebung auf dem Beecker Marktplatz: "Es ist fünf vor zwölf." Es sei "an der Zeit, dem Vorstand von ThyssenKrupp deutlich zu machen, dass ein Konzernumbau ohne Berücksichtigung der Arbeitnehmerinteressen scheitern wird."

Der Metaller erinnerte an die getroffene Vereinbarung, wonach

  • betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind
  • das Entgelt gesichert wird
  • die Mitbestimmung erhalten bleibt

Kurz darauf konnte ThyssenKrupp-Chef vor der Presse den Erhalt der Arbeitsplätze nicht garantieren - und löste einen Sturm der Entrüstung aus. Bertin Eichler: "Versprochen und gebrochen - Sie haben unser Vertrauen missbraucht."
 
Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von ThyssenKrupp Steel, kritisierte den Vorstand noch schärfer. Er sei "einfach nur arrogant" und müsse "schleunigst umsteuern". Die Geduld der Beschäftigen sei zu Ende. Die IG Metall werde um jeden Arbeitsplatz und jeden Standort kämpfen. Und sie sei kreativ: "Wir können gerne die Villa Hügel besuchen. Aber wir zahlen dann keinen Eintritt."
 
Konzernbetriebsratsvorsitzender Thomas Schlenz erklärte, IG Metall und Betriebsräte seien bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Es liegt am Vorstand, ob das hier nur eine Protestkundgebung ist oder der Beginn einer Protestwelle."

Der Vorstand ist beauftragt worden, dem Aufsichtsrat bis zum 13. Mai 2009 ein Gesamtkonzept zum Konzernumbau vorzulegen.

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