Betriebe
26/10/2009

Lohneinbußen werden unerträglich

Vor der TRW Automotive GmbH in Gelsenkirchen halten IG Metall und Betriebsrat seit heute Mahnwache. Sie protestieren damit gegen die Forderung des Arbeitgebers, den Standortsicherungstarifvertrag unverändert fortzuschreiben. Der Vertrag ist Ende September nach fünf Jahren ausgelaufen und sah Lohneinbußen von 14,28 Prozent vor.

Da zudem seit Oktober 2008 bei TRW bis zu zehn Tage im Monat kurzgearbeitet wird, ist das Einkommen der Beschäftigten bis auf Hartz-IV-Niveau gesunken. "Viele Kollegen sind inzwischen auf staatliche Unterstützung angewiesen, sie beantragen Wohngeld, Heizkostenzuschüsse und Kindergeldzuschläge", berichtet der Betriebsratsvorsitzende Ugur Coskun. Das sei unerträglich, von Arbeit müsse man leben können. Betriebsrat und IG Metall lehnen deshalb eine unveränderte Fortschreibung des Tarifvertrags zur Standortsicherung ab. Sie fordern eine spürbare Verringerung der 2004 vereinbarten Lohneinbußen.

Darauf will sich die Geschäftsführung jedoch nicht einlassen. Sie habe bislang in den Verhandlungen keinerlei Entgegenkommen signalisiert, sagt Betriebsratschef Coskun. Im Gegenteil, sie habe eine Drohkulisse aufgebaut. Falls ihre Forderung nicht erfüllt werde, will die Geschäftsführung andere Maßnahmen ergreifen: 200 der 731 Beschäftigten könnten entlassen, weitere 90 Arbeitsplätze in Logistik und Instandhaltung ausgelagert und der Prämienlohn abgeschafft werden.

Der Automobilzulieferer TRW (das Gelsenkirchener Werk fertigt Gelenke sowie Lenk- und Spurstangen) ist von der Wirtschaftskrise hart betroffen. Der Auftragseingang ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres nach Einschätzung des Betriebsrats im Vergleich zu 2008 um 30 Prozent zurückgegangen.

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