Betriebe
07/11/2012

Autobauer aus Genk machen ihrer Wut in Köln Luft

170 Beschäftigte des Ford-Werkes im belgischen Genk besuchten heute die Europazentrale von Ford in Köln - und machten ihrem Ärger über die geplante Schließung ihres Werkes Ende 2014 Luft. Die IG Metall Köln-Leverkusen ruft dazu auf, am "Marsch für die Zukunft" am 11. November in Genk teilzunehmen.

Der Vorsitzende des Europäischen Betriebsrats von Ford, Dieter Hinkelmann,  sprach auf dem Kölner Werksgelände zu den belgischen Ford Kollegen. Er sagte die uneingeschränkte Solidarität der Belegschaft zu. Hinkelmann: „Der Schock sitzt auch hier tief. Auch in der Kölner Belegschaft wird besorgt die Frage gestellt, ob man sich auf Aussagen und Unterschriften dieses Managements verlassen kann."

Die belgischen Kollegen hätten in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet und erhebliche Zugeständnisse gemacht, um ihren Standort langfristig zu sichern. "Und wir haben mehrfach und nachdrücklich den Aufbau von Kapazitäten in Europa kritisiert", sagte Hinkelmann. Die entstandenen Überkapazitäten seien hausgemacht. "Wir kritisieren deshalb nachdrücklich die angekündigte Schließung des Genker Standortes."

Die IG Metall Köln-Leverkusen und die IG Metall-Vertrauensleute von Ford rufen zur Beteiligung am Aktionstag in Genk auf. Am Sonntag, 11. November, findet dort ein „Marsch für die Zukunft“ statt. Witich Roßmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Köln-Leverkusen, sagte: „Die Sicherung der Standorte und Arbeitsplätze ist unser gemeinsames Anliegen in Europa."

Betriebsräte und Vertrauensleute von Ford haben die belgischen Kollegen, die von einem großen Polizeiaufgebot festgehalten wurden, mit Getränken und Essen versorgt. Betriebsrat und IG Metall haben sich nachdrücklich bei der Einsatzleitung und Staatsanwaltschaft für eine Deeskalation der Situation eingesetzt.

Der zur Zeit in Köln tagende Europa-Betriebsrat der Ford-Werke wird sich intensiv mit der Strategie des Ford-Konzerns in Europa auseinandersetzen. Er versprach den belgischen Kollegen alle mögliche Unterstützung bei ihren weiteren Verhandlungen zum Erhalt des Standortes in Genk.

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