Betriebe
22/10/2012

Belegschaft will einen Großauftrag pünktlich erfüllen

Die S-Bahn für Stuttgart - ein Großauftrag für Bombardier - wird Ende des Monats pünktlich ausgeliefert. Das teilte der Aachener IG Metall-Bevollmächtigte Franz-Peter Beckers nach der heutigen Betriebsversammlung mit. Was mit anderen Aufträgen geschehe, hänge von der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am Donnerstag dieser Woche ab. Das Unternehmen hat sich zu seinen Schließungsplänen nicht weiter geäußert.

Der IG Metall-Bezirksleiter von NRW, Knut Giesler, forderte den Zughersteller auf, die Belegschaft in Kurzarbeit zu schicken statt zu entlassen. "Wir erwarten vom Unternehmen, dass es den Beschäftigten mit Kurzarbeit und tariflichen Instrumenten eine solide Brücke baut, um Zeit für weiterführende Konzepte zu gewinnen, anstatt sie mit der Standortschließung zu bedrohen."

Der Berliner IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel, der auch Mitglied des Aufsichtsrats von Bombardier ist, verurteilte die geplante Schließung des Standorts Aachen. „Es ist völlig unakzeptabel, eine politische Entscheidung über ein Werk zu verkünden, ohne mit den Arbeitnehmern über Alternativen und Perspektiven zu verhandeln“, sagte er.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Bombardier Michael Wobst aus Hennigsdorf bei Berlin erklärte sich heute in Aachen mit den Betroffenen solidarisch. Dort bereiteten sich die Betriebsräte auf die "mit Spannung erwartete Sitzung des Wirtschaftsausschusses" (Franz-Peter Beckers) am 25. Oktober vor.

Am Abend brannten am Werkseingang zahlreiche Kerzen. Sie tragen die Namen der Beschäftigten und das Datum, zu dem sie ihre Beschäftigung bei Bombardier begonnen haben. Viele Daten sind zwei, drei oder vier Jahrzehnte alt.

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