Betriebe
15/07/2013

Firma akzeptiert wieder IG Metall-Tarifvertrag

Die Kölner Großwäscherei Larosé hat mit der IG Metall einen Haustarifvertrag geschlossen. Danach arbeiten die 1000 Beschäftigten ab August 40 statt 37 Wochenstunden, ohne Entgeltausgleich. Im Gegenzug verzichtet die Firma bis Juli 2016 auf betriebsbedingte Kündigungen.

Dem Verhandlungsergebnis vom 1. Juli, dem jetzt alle Tarifkommissionen zugestimmt haben, sind monatelange Auseinandersetzungen vorausgegangen. Im Januar war bekannt geworden, dass Larosé zum Jahreswechsel 2012/2013 den Arbeitgeberverband Intex verlassen hat und dem Billiglohn-Verband Tatex beigetreten ist. Ab März sollten alle Beschäftigten 40 Wochenstunden arbeiten, drei umsonst. Die Firma hat fünf Standorte: Neben Köln und Berlin auch Ahrensburg bei Hamburg, Nonnweiler im Saarland und Erding bei München.

Anlass der Tarifflucht: Larosé hat einen Großauftrag verloren – an seinen Konkurrenten Berendsen. Diese Wäscherei ist nicht mehr tarifgebunden, betreibt Lohndumping und bietet ihre Dienstleistungen dementsprechend billig an.

Die Einigung von IG Metall und Larosé besagt weiter: Die Mitarbeiter werden in den Jahren 2013 bis 2016 am Unternehmensgewinn beteiligt. Neueingestellte erhalten zunächst 90 Prozent des Entgelts, im zweiten und dritten Beschäftigungsjahr 93 und 96 Prozent und ab dem vierten Jahr das volle Entgelt. Im Juni 2014 gibt es eine Einmalzahlung von 150 Euro. Im Juli 2015 steigen die Entgelte um 2,2 Prozent. Die vereinbarte Standortsicherung gilt – wie die Beschäftigungssicherung – bis Juli 2016. "Das ist ein hart erkämpfter, fairer Kompromiss", sagte IG Metall-Bezirkssekretärin Heide Schnare. "Die Interessen der Beschäftigten werden gewahrt: Es gibt mehr Geld, und der Arbeitsplatz ist sicher - drei Jahre Kündigungsschutz sind nicht zu verachten."

Für die Rückkehr von Larosé zum Tarifvertrag hatten sich auch Betriebsräte von Kundenfirmen aus Köln eingesetzt. So schrieb der Betriebsrat von Atlas Copco, er habe sich seinerzeit für die Wäschere Larosé ausgesprochen, „weil es sich um ein Unternehmen handelt, für das tarifvertragliche Bestimmungen Gültigkeit haben“. Ähnlich klangen die Schreiben der Betriebsräte von NKT Cables und Deutz: Man wolle saubere Wäsche nur von Firmen, „die sauber und tarifehrlich mit ihren Mitarbeitern umgehen“.

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