Betriebe
30/11/2013

IG Metall NRW begrüßt den überraschenden Deal

Der finnische Stahlkonzern Outokumpu will die Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM) und das italienische Edelstahlwerk Acciai Speciali Terni (AST) an ThyssenKrupp zurückgeben. Auch die 2000 Beschäftigten in den VDM-Betrieben Altena (Märkischer Kreis), Essen, Siegen, Unna und Werdohl wechseln zu ThyssenKrupp. Die IG Metall NRW stimmt dem überraschenden Geschäft grundsätzlich zu.

Erst Anfang 2012 waren VDM und AST im Zusammenhang mit dem Verkauf der ThyssenKrupp-Edelstahlsparte Inoxum an Outokumpu gegangen. Dessen Chef Mika Seitovirta räumte jetzt ein, "dass sich zwischen dem Geschäft mit Hochleistungswerkstoffen von VDM und dem Edelstahl-Kerngeschäft von Outokumpu nur äußerst begrenzte Synergien erzielen lassen".

ThyssenKrupp hatte den Finnen 2012 auch einen Kredit von 1,25 Milliarden Euro gewährt. Den muss Outokumpu wegen der Transaktion von VDM und AST nicht mehr zurückzahlen. Der Verschuldungsgrad des Unternehmens sinkt deshalb um 30 auf rund 100 Prozent. Man verfüge nun über eine Bilanzstärke, die es der Firma erlaube, sich "auf den Ausbau unserer Position als international führender Edelstahlanbieter zu konzentrieren", teilte Seitovirta mit. "Unser Ziel bleibt weiterhin, Outukumpu wieder zur Profitabilität zurückzuführen."

Die Aufsichtsräte von Outokumpu und ThyssenKrupp haben das Geschäft genehmigt. Es fehlt noch die Zustimmung der EU-Kommission. Um den Anforderungen der Wettbewerbshüter Genüge zu tun, wird ThyssenKrupp seine Beteiligung an Outokumpu von 29,9 Prozent veräußern.

Der nordrhein-westfälische IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler sagte: "Für uns zählt, dass die Arbeitsplätze gesichert und die Tarifverträge eingehalten werden." Er spielt damit auf die Absicht von Outokumpu an, sein Bochumer Stahlwerk schon 2014 zu schließen, was laut Tarifvertrag frühestens 2016 möglich wäre.

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