Betriebe
11/02/2014

Firma zu Interessenausgleich und Sozialplan bereit

In den Streit um die plötzliche Schließung der Firma Wellmann Bauteile in Bad Salzuflen kommt Bewegung: Geschäftsführung und Betriebsrat haben vor dem Arbeitsgericht einen Vergleich geschlossen. Die Beschäftigten lockern die Blockade des Werks, dafür verpflichtet sich die Geschäftsführung zu Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan.

Der Betrieb war am 28. Januar völlig überraschend geschlossen worden, 72 Beschäftigte stehen seitdem auf der Straße. Wellmann Bauteile ist eine 100-prozentige Tochter des Küchenmöbelherstellers Gustav Wellmann, der zum Alno-Konzern gehört.

Um zu verhindern, dass Maschinen und Material abtransportiert werden und das Unternehmen völlig mittellos wird, blockiert die Belegschaft die Einfahrt zum Werk. Der Vergleich sieht nun vor, dass die Ware, die eindeutig Eigentum der Firma Gustav Wellmann ist, abtransportiert werden kann. Sonstige Güter dürfen nicht verladen werden; der Betriebsrat kontrolliert das.

Im Gegenzug lockert die Firmenleitung von Wellmann Bauteile das Hausverbot, das sie gegen die Beschäftigten verhängt hat - die Beschäftigten haben wieder Zugang zur Kantine. Außerdem wurde die Auszahlung der Januarlöhne zugesagt, was die Geschäftsführung anfangs in Frage gestellt hatte.

Wann es zu den Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan kommt, ist nicht bekannt. "Es gibt noch keinen Termin", sagte der Detmolder IG Metall-Sekretär Svend Newger. Wie weit die Betriebsparteien auseinander sind, macht das erste Angebot der Firmenleitung deutlich: Sie bietet eine Transfergesellschaft an, in die jeder Mitarbeiter wechseln kann - für ein Entgelt in Höhe des Arbeitslosengeldes und für eine Dauer, die nur einen Monat über der individuellen Kündigungsfrist liegt. "Das ist kein Angebot, sondern eine Frechheit", sagte Newger. Aus der Bevölkerung und von den Beschäftigten anderer Firmen erfahren die Wellmänner viel Zuspruch. Neweger: "Für diese Solidarität sind alle sehr dankbar."

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