Betriebe
13/02/2014

"Wir werden Bochum nicht in 2014 schließen"

Der Edelstahlkonzern Outokumpu wird sein Bochumer Werk nicht schon in diesem Jahr schließen. Diese überraschende Zusage machte heute Arbeitsdirektor Frank Brüggestrat auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung in Krefeld, an der auch 170 Beschäftigte aus Bochum teilnahmen.

Die IG Metall-Bezirksleitung NRW begrüßte die Entscheidung von Outokumpu. Sie hatte eine solche Zusage zur Voraussetzung für Verhandlungen gemacht.

Als ThyssenKrupp Anfang 2012 seine Edelstahlsparte an Outokumpu verkaufte, vereinbarte die IG Metall per Tarifvertrag die Sicherung der Flüssigphase im Stahlwerk Bochum - mindestens bis Ende 2016. Ob sie über 2016 hinaus bestehen bleiben kann, soll Ende 2015 geprüft werden. Entgegen dieser Vereinbarung kündigte Outokumpu am 1. Oktober 2013 an, Bochum bereits 2014 zu schließen. Damals sagte der Konzernbetriebsratsvorsitzende von ThyssenKrupp, Willi Segerath: "Tarifverträge mit uns bricht man nicht."

Die Tarifkommission der IG Metall für Outokumpu hat am 6. Februar die Rücknahme der vorzeitigen Schließung zur Voraussetzung für Verhandlungen über das industrielle Konzept des finnischen Stahlkonzerns gemacht.

Arbeitsdirektor Brüggestrat erfüllte diese Bedingung heute, betonte aber, Bochum habe "keine langfristige Zukunft", die Schließung des Standorts bleibe "auf der Tagesordnung".

IG Metall-Verhandlungsführer Robert Fuß begrüßte die Rücknahme der geplanten Schließung des Bochumer Werks: "Der Weg zu Verhandlungen ist jetzt frei." Zuvor räumte Fuß auf der Betriebsversammlung mit einer Legende auf: Das Werk Bochum sei nicht teurer als das in Tornio, der ältesten Stadt Lapplands im Norden Finnlands. Zu diesem Ergebnis seien externe Gutachter von IG Metall und Betriebsrat gekommen.

Die IG Metall setzt sich dafür ein, dass Bochum über 2016 hinaus eine Zukunft hat. Fuß: "Wir haben erhebliche Zweifel daran, dass Outokumpu eine gute Zukunft hat, wenn das Stahlwerk Bochum geschlossen wird.“ Das bestätigte auch der Krefelder Betriebsratsvorsitzende Norbert Kalwa: "Bochum ist das Herz von Nirosta!"

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