Aktuelles NRW
18/01/2017

IG Metall macht Lust auf Zukunft

Eine positive Zwischenbilanz ihres Projekts Arbeit 2020 in NRW haben heute die IG Metall, die IG BCE, die NGG und der DGB NRW gezogen. 

Sie öffneten in Lüdenscheid das „Schaufenster Arbeit 2020 in NRW“: Zusammen mit den Vorsitzenden der beteiligten Gewerkschaften warfen 120 Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre, Berater und Wissenschaftler einen Blick auf die ersten Erfolge dieses bundesweit einmaligen Projekts. In 18 Firmen beschäftigen sich Arbeitnehmervertretung, Geschäftsleitung und IG Metall seit dem Frühjahr 2016 intensiv mit dem Thema Industrie 4.0. 

Sie suchen Antworten auf drei Fragen: Wie weit ist die digitale Vernetzung von Produktion und Verwaltung, Zulieferung und Vertrieb im Betrieb fortgeschritten? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Arbeitsplätze, die Arbeitsbedingungen und die Qualifikation der Beschäftigten? Und wie lässt sich dieser Prozess so gestalten, dass beide – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – davon profitieren? 

Zu den 18 am Projekt beteiligten Firmen kommen jetzt 10 hinzu. In allen soll eine Zukunftsvereinbarung geschlossen werden, um eine nachhaltige und mit dem BR abgestimmte Bearbeitung des Themas Industrie 4.0 sicherzustellen. Mehrere Vereinbarungen liegen bereits vor. Ihre Hauptthemen sind: Qualifizierung,  Personalentwicklung, Führung, und Arbeits- und Gesundheitsschutz. 

„Arbeit 2020 in NRW“ ist das Pilotprojekt der Allianz für Wirtschaft und Arbeit 4.0 in NRW, die von der Landesregierung sowie Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften und Wissenschaft getragen wird. Es ist das bislang einzige Projekt im Land, das direkt in den Betrieben, gemeinsam mit Betriebsrat, Beschäftigten und Geschäftsführung die Herausforderungen von Digitalisierung und Vernetzung konkret bearbeitet und verbindliche Zukunftsvereinbarungen abschließt. Die weitere Entwicklung von Technologie und guter Arbeit 4.0  wird hier mit verbindlichen Vereinbarungen unterfüttert.  

Knut Giesler formuliert eine wichtiges Ziel: „Wir wollen den Beschäftigten die Angst vor der Digitalisierung nehmen“. Aufgabe der Gewerkschaften ist es dabei „den Menschen wieder Sicherheit und Perspektive zu geben. 

Dem Betriebsrat von Hensel in Lennestadt fiel das Projekt „wie Butter aufs Brot“, berichtete der Betriebsratsvorsitzende Ulrich Cater. In dem Familienunternehmen, das zu den Weltmarktführern in der Elektroinstallations- und Verteilungstechnik zählt, hatte es gerade einen Führungswechsel gegeben – und der Junior-Chef habe die Vorschläge des Betriebsrats zu Industrie 4.0 „dankend angenommen“. 

Diese Reaktion ist bemerkenswert und ein Ergebnis des Arbeit 2020 Projektes. Zunächst begegneten einige Arbeitgeber dem neuen Engagement von Betriebsrat und Gewerkschaft mit Skepsis. IG Metall-Projektleiterin Gabi Schilling hofft deshalb, „dass es sich herumspricht, dass die Betriebsparteien gemeinsam besser vorankommen als gegeneinander“. Die Erfahrungen im Projekt bestätigen: Durch den intensiven Dialog im Projekt realisiert sich eine Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe.

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