Betriebe
18/09/2009

IG Metall-Chef auf Kundgebung in Hattingen

IG Metall-Vorsitzender Berthold Huber hat die geplante Vernichtung von 380 Arbeitsplätzen bei Avery Dennison und O&K Antriebstechnik verurteilt. Auf einer Kundgebung in Hattingen sagte Huber, beide Firmen nagten nicht am Hungertuch, wollten aber hunderte von Existenzen vernichten. Den 500 Demonstranten rief er zu: "Global handelnde Konzerne spielen Gott und produzieren Teufelswerk." Beim Textil-Etiketten-Hersteller Avery Dennison und dem Maschinenbauer O&K soll die Produktion ganz oder teilweise ins Ausland verlagert werden.

Demonstration und Kundgebung standen unter dem Motto "Jetzt reicht's!" Die IG Metall ließ 380 rote Luftballons in den blauen Himmel über Hattingen steigen, an denen Postkarten hingen mit der Aufschrift "380 sollen fliegen? Ich bin dagegen!"

Der Betriebsrat von Avery Dennison konzentriert sich inzwischen darauf, möglichst hohe Abfindungen herauszuschlagen und einen Sozialplan zu vereinbaren, der bis Ende 2013 gilt. "Wer lange Zeit Mist baut, muss lange Zeit dafür bezahlen", erklärte der Betriebsratsvorsitzende Björn Kurrek. Ihm zufolge hat die US-Konzernzentrale von Avery Dennison der örtlichen Geschäftsführung untersagt, Vorschläge der Arbeitnehmervertretung zur Rettung der Arbeitsplätze zu verwirklichen. Kurrek: "Wenn ein Unternehmen vor die Hunde geht, ist das schlimm. Wenn man ein Unternehmen vor die Hunde gehen lässt, ist das ein Verbrechen."

Anders bei O&K Antriebstechnik: Im Mietstreit um das Werksgelände hat das Gericht einen Aufschub bis Mitte 2010 vorgeschlagen. Der Betriebsrat hat ein Rettungskonzept für 120 der 200 Arbeitsplätze erarbeitet. "Wir nehmen einen Arbeitsplatzabbau in Kauf", bestätigte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Gerd Starosta.

Otto König, Geschäftsführer der IG Metall Gevelsberg-Hattingen, nannte die Profitgier der Firmenleitungen von Avery Dennison und O&K "asozial". Er forderte sie auf, beiden Betrieben eine Chance zu geben. "Menschen sind wichtiger als Profite!"

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