Leiharbeit
05/06/2009

IG Metall: Leiharbeit regeln - jetzt!

Krise hin, Krise her: Die Leiharbeit wird wieder wachsen, sobald der nächste Aufschwung kommt. Davon gehen Wirtschaftsforscher und Branchenexperten aus. Die IG Metall NRW rät allen Betriebsräten deshalb, jetzt Betriebsvereinbarungen zum Einsatz von Leiharbeitern abzuschließen. Gute praktische Beispiele gibt es zuhauf.

Die IG Metall NRW hat rund 80 Betriebsvereinbarungen zur Leiharbeit erfasst. Geregelt wird zum Beispiel, dass nur solche Verleiher zum Zuge kommen, die nach DGB-Tarif bezahlen (in zwei Dutzend Fällen hat die IG Metall NRW direkt mit Verleihfirmen Tarifverträge abgeschlossen). Mal wird vereinbart, dass auch die Leiharbeiter an Bonus- oder Prämienregelungen teilnehmen, mal, dass sie einen Zuschlag zum Stundenlohn erhalten.

Oliver Burkhard, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen: "Betriebsräte müssen der Einstellung von Leiharbeitnehmern zustimmen. Sie sollten dieses Mitbestimmungsrecht künftig noch stärker nutzen - und sich darauf jetzt schon vorbereiten. Denn nach der Krise werden wahrscheinlich mehr Firmen als bisher Leihkräfte anheuern. Kaum eine Branche ist in den vergangenen Jahren so stark gewachsen. Warum sollte damit plötzlich Schluss sein? Leiharbeiter sind nicht nur billig, sie können auch jederzeit gefeuert werden. Man muss sie nicht einmal kündigen, sie abzumelden genügt. Und das ist ganz nach dem Geschmack der Arbeitgeber. Vielleicht kommen sogar die Stammbeschäftigten, die heute entlassen werden, morgen als Leiharbeiter zurück. Die Arbeitgeber nennen das 'flexiblen Personaleinsatz', wir sagen dazu 'Ausbeutung'. Dem müssen wir einen Riegel vorschieben. Unser Motto lautet 'Gleiches Geld für gleiche Arbeit'. Das galt vor der Krise, gilt in der Krise - und erst recht danach."

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