Betriebe
14/12/2009

Mahnwache ausgesetzt

Die IG Metall Gelsenkirchen hat ihre Mahnwache vor TRW Automotive ausgesetzt. Dieser Protest hatte Ende Oktober begonnen, weil die Lohneinbußen für die Beschäftigten unerträglich geworden waren. Mittlerweile ist ein Gesprächsstand erzielt worden, der ein positives Verhandlungsergebnis verheißt.

Wegen Kurzarbeit und Lohnverzicht aufgrund eines Tarifvertrags zur Sicherung von Standort und Beschäftigung war das Einkommen auf Hartz-IV-Niveau gesunken. Als die Firma den Tarifvertrag nach fünf Jahren Laufzeit verlängern wollte, platzte der Belegschaft der Kragen. IG Metall und Betriebsrat forderten eine spürbare Verringerung der Lohneinbußen. Daraufhin drohte die Geschäftsführung an, 200 der 731 Beschäftigten zu entlassen sowie Logistik und Instandhaltung auszulagern.

Vergangene Woche verständigten sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite auf die Eckpunkte eines Ergänzungstarifvertrags, der rückwirkend zum 1. Dezember 2009 in Kraft treten und bis November 2011 gelten soll. Danach verzichtet TRW auf betriebsbedingte Kündigungen und Outsourcing. Zum Kurzarbeitergeld von 60 oder 67 Prozent des Nettoentgelts gibt es einen Zuschuss auf 90 Prozent des Einkommens. Das Grundentgelt wird auf Tarifniveau angehoben. Im Gegenzug verzichtet die Belegschaft auf Teile vom Urlaubs- und Weihnachtsgeld, zudem akzeptiert sie eine Verschiebung der kommenden Tariferhöhungen.

Außerdem sollen in Gelsenkirchen zusätzliche Produkte gefertigt werden. "Damit bleibt Gelsenkirchen Standort für Serienproduktion", erklärte der IG Metall-Bevollmächtigte Robert Sadowsky. "Gerade für Gelsenkirchen mit seiner hohen Arbeitslosigkeit ist das ein wichtiges Ergebnis."

Der zwischen IG Metall und TRW-Geschäftsführung erzielte Gesprächsstand soll in dieser Woche schriftlich fixiert werden. Anschließend sollen die IG Metall-Mitglieder im Betrieb über das Verhandlungsergebnis abstimmen.

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