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09/09/2011

"Dieses Haus ist ein Schmuckstück"

Zwei Jahre wurde gebaggert, gemauert, gehämmert, gebohrt und geschraubt: Heute feierte die Schulleitung des IG Metall-Bildungszentrums Sprockhövel gemeinsam mit 400 Gästen die Eröffnung des neuen Hauses, "willkommen & hereinspaziert" lautete das Motto des Tages.

Tänzer des Integrativen Tanztheaters Wuppertal - in schwarze Kostüme gehüllt und mit weißen Masken vor dem Gesicht - locken die Besucher ins Haus, weisen ihnen den Weg (Foto 2). Am Eingang erhalten die Gäste einen symbolischen Schlüssel, damit sie die Bildungsstätte an der Otto-Brenner-Straße als ihr Haus sich erschließen (Foto 3). In der Empfangshalle gibt's Häppchen mit Schinken und Käse; dazu wird Sekt gereicht und Saft.

Zu den Gästen zählen auch die ersten Seminarteilnehmer, die seit Montag das Haus bevölkern. Viel IG Metall-Prominenz trifft ein: fast der komplette Vorstand ist da, nur IG Metall-Vize Detlef Wetzel konnte nicht kommen. Die früheren Vorsitzenden Jürgen Peters und Franz Steinkühler schlendern durch das Foyer (Foto 4). Aus Hannover, Frankfurt und Düsseldorf sind die Bezirksleiter Hartmut Meine, Armin Schild und Oliver Burkhard angereist. Von Burkhard erhält Schulleiter Fritz Janitz ein großes Foto von einem Jugendtreffen der IG Metall NRW (Foto 5).

500.000 Seminarteilnehmer

Das Küchenteam des Hauses hat heute frei, die IG Metall hat zur Feier des Tages einen Caterer kommen lassen. Auch die Lehrkräfte feiern mit, stehen den externen Gästen jedoch Rede und Antwort, führen durchs vierstöckige Haus, zeigen ihnen die 128 Zimmer, die Seminarräume, dass Restaurant und das Bistro sowie - auf der Gartenebene, sprich der Rückseite des Hauses - die Kneipe und die Bowlingbahn, die Bibliothek und den Kindertreff, den Wellnessbereich mit Saunen, Massageräumen und Fitnessgeräten. Auf dem frisch eingesäten Rasen steht eine 300 Jahre alte Eiche. In Sichtweite des alten, 1971 gebauten Bildungszentrums, das in den vergangenen 40 Jahren von 500.000 bildungshungrigen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern besucht wurde.

Den eigenen Standpunkt finden und vertreten

In ihrer gemeinsamen Begrüßungsrede im großen Saal versprechen Schulleiter Fritz Janitz und Stellvertreterin Brigitte Kurzer: "Wir werden unser Bestes geben, um dieses Haus zu einer ersten Adresse für Bildung und Beratung zu machen" (Foto 6). Landesarbeitsminister Guntrum Schneider (SPD) zitiert Wilhelm Busch: "Also lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss. Lernen kann man, Gott sei Dank, aber auch sein Leben lang!" Sich zu bilden bedeute, "im politischen Gestrüpp der Gegenwart den eigenen Standpunkt zu finden und zu vertreten", sagt Schneider (Foto 7). 

Er lobt "die wunderbare Architektur, die sich sehr schön in die Landschaft einbringt", das neue Bildungszentrum sei "ein Schmuckstück", sagt er. Und schreibt der IG Metall-Schule ins Stammbuch, "die Gesellschaft jeden Tag ein Stück sozialer und demokratischer zu gestalten".

Der IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber (Foto 1) erinnert an die Anfänge der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, "als Schmalhans Küchenmeister war", und die Seminarteilnehmer am Ende der Woche mehr Gewicht auf die Waage bringen sollten als zu Beginn. "Heute würde man eher das Gegenteil als Erfolg feiern."

Ort der Ermutigung

Gewerkschaftliche Bildungsarbeit beschränke sich nicht auf die Weitergabe von Wissen, sagt Huber, "es geht immer um Haltung und Werte". Bildungsstätten seien Orte des Dialogs. Und der Ermutigung, "dass man nicht allein ist, Rat und Zuspruch erfährt, Auswege aus schwierigen Lagen findet".

Um den dritten Redner zu hören, ziehen die Gäste aus dem Saal (Foto 8) hinters Haus - auf Balkon, Treppe und Gartenebene (Foto 9). IG Metall-Hauptkassierer Bertin Eichler, der auch für die Bildungsarbeit verantwortlich ist, fasst den Arbeitsauftrag des Bildungszentrums in sechs kurze Wörter: "Die Sachen klären, den Menschen stärken." Er gibt freimütig zu, bis vor kurzem nicht geglaubt zu haben, dass die Bildungsstätte wie geplant heute offiziell eröffnet werden kann. Dass doch alles geklappt geklappt habe, sei "eine Glanzleistung". Aus seiner Begeisterung für Sprockhövel-Neu machte Eichler keinen Hehl: Das Bildungszentrum sei "ein tolles und schönes Haus".

Dann steigen 2500 bunte Luftballons in den blauen Himmel auf (Foto 10; blaue, gelbe, weiße, orange- und lilafarbene.

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