Betriebe
23/02/2011

"Leiharbeit vernichtet unsere Arbeitsplätze"

Der österreichisch-kanadische Magna-Konzern, der 2009 beinahe Opel gekauft hätte, profitiert in Potsdam von Billiglöhnen und Leiharbeit. Deshalb sind beim Automobilzulieferer Linnemann-Schnetzer im westfälischen Ahlen 30 bis 35 Arbeitsplätze in Gefahr. Dagegen protestierten heute Metaller aus Ahlen in Potsdam.

Linnemann-Schnetzer Ahlen (LSA) zahlt Tariflöhne, fast die gesamte Belegschaft - 120 Beschäftigte - ist gewerkschaftlich organisiert. Die Konkurrenzfirma Erhard Technologies in Potsdam, eine Tochter von Magna Steyr, ist nicht tarifgebunden und setzt im großen Stil Leiharbeitnehmer ein; sie hat keinen Betriebsrat.

Ungleicher Kampf
"Wir haben nichts gegen Konkurrenz und Wettbewerb", sagte Martin Sindermann, Sekretär der IG Metall Oelde-Ahlen, "aber wenn, dann zu gleichen Bedingungen." Das sei jetzt nicht gegeben. Die Auseinandersetzung zwischen LSA und Erhard sei "ein ungleicher Kampf". Er werde nicht über die Produktqualität ausgetragen, sondern über die Löhne - zu Lasten der Beschäftigten in Ahlen. Und das sei ein Skandal.

Sindermann ist heute mit vier LSA-Betriebsräten mit dem Auto zu Erhard Technologies nach Potsdam gefahren. Viereinhalb Stunden dauerte die Fahrt. Vor Ort hat die Delegation Flugblätter an Beschäftigte von Erhard verteilt mit der Schlagzeile: "Leiharbeit vernichtet unsere Arbeitsplätze". Die Metaller aus dem Westen gaben auch einer Reporterin vom RBB (Radio Berlin-Brandenburg) ein Interview. LSA-Betriebsratsvorsitzender Arthur Reichelt sagte: "Gegen die Dumpinglöhne von Erhard können wir nicht konkurrieren."

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