Werkvertrag
08/03/2011

Werkverträge verdrängen Stammbeschäftigte

Werkverträge nehmen zu und weiten den Niedriglohnsektor aus. Auf diese Entwicklung macht die IG Metall NRW aufmerksam. Sie rät Betriebsräten, gegen den Missbrauch von Werkverträgen vorzugehen.

Aus der jüngsten Betriebsrätebefragung der IG Metall, an der sich fast 5000 Betriebe beteiligt haben, geht hervor, dass mehr als ein Drittel der Unternehmen bereits Werkvertragsnehmer einsetzt. Ein Grund dafür: "Wenn unsere Betriebsräte Druck machen in Sachen Leiharbeit, dann weichen manche Arbeitgeber auf Werkverträge aus", erklärte der Düsseldorfer IG Metall-Bezirkssekretär Christian Iwanowski laut DGB-Infodienst "einblick".

Mit Werkverträgen umgingen Arbeitgeber oft Kündigungsschutz, betriebliche Mitbestimmung und tarifliche Bezahlung, klagte IG Metall-Vize Detlef Wetzel Mitte Februar. In über einem Drittel der Betriebe, die Werkverträge nutzen, gingen diese zu Lasten der Stammbelegschaften. Ein Großteil der Werkverträge diene dazu, unsichere Beschäftigung ohne Arbeitgeberpflichten zu etablieren - statt neue Arbeitsplätze in den Betrieben zu schaffen.

Nach den Worten von Christian Iwanowski wälzen Unternehmer vielfach ihr Risiko auf Werkvertragsnehmer ab, dünnen ihre Stammbelegschaft aus und schränken die gewerkschaftliche Durchsetzungsfähigkeit im Betrieb ein. Um dieses Schlupfloch für Lohn- und Sozialdumping zu stopfen, sollten Betriebsräte den Missbrauch von Werkverträgen aufdecken.

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