Aktuelles Betriebe
15/01/2016

Metaller-Protest gegen Vaillant

200 Vaillant-Beschäftigte und Sympathisanten protestierten heute gegen die für 2018 geplante Schließung des Werks in Gelsenkirchen.

Der Berufsverkehr auf der Berliner Brücke in Gelsenkirchen quält sich durch Schalke. Wie immer am Freitagnachmittag. Doch dieses Mal bieten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter Abwechslung. Mit gellenden Trillerpfeifen, Transparenten, Plakaten und 15 Buchstaben-Tafeln machen sie auf einen Skandal aufmerksam; ein Mann mit Hut - der Gelsenkirchener IG Metall-Bevollmächtigte Robert Sadowsky - erklärt per Megafon: Vaillant soll geschlossen und die Produktion in die Slowakei und nach Frankreich verlagert werden, damit die Rendite des Familienunternehmens von 8 auf 10 Prozent steigt.

Fast 200 Menschen würden ihre Arbeit verlieren - in Gelsenkirchen, der Stadt mit der höchsten Arbeitslosenquote bundesweit (16,6 Prozent Ende 2015).

Betriebsrat und IG Metall haben "Alternativen" zur Schließung, betont Sadowsky, aber davon will die Geschäftsführung nichts wissen. Sie hat sogar die Sozialplan-Verhandlungen für gescheitert erklärt, die noch gar nicht richtig begonnen hatten.

"Heute auf der Brücke... und morgen unter der Brücke!!!??" ist auf einem Plakat zu lesen. Auf beiden Seiten der  Brücke halten je 15 Menschen Tafeln: "WARUM VAILLANT?" lesen die Autofahrer - so lautet ein Werbespruch der Firma. Wer genauer hinschaut, liest, was auf den Buttons steht, den hier viele Menschen tragen: "Wir geben Ihrer Zukunft kein Zuhause" - so lässt sich die zynische Geschäftspolitik von Vaillant auch beschreiben.

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