Leiharbeit
23/01/2012

Betriebsrat kämpft für Leiharbeiter

Der Betriebsrat des Düsseldorfer Kranherstellers GTP hat die Zustimmung zur Weiterbeschäftigung von rund 80 Leiharbeitnehmern verweigert, die seit mehr als sechs Monaten im Betrieb beschäftigt sind. Er möchte, dass die Leihkräfte übernommen werden. Morgen, 24. Januar, ist Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf.

Seit zwei Jahren bemüht sich die Arbeitnehmervertretung von Gottwald, in dem Tochterunternehmen von Demag Cranes eine Betriebsvereinbarung zur Leiharbeit abzuschließen. "Bis jetzt leider ohne Erfolg", heißt es in einem Flugblatt der IG Metall Düsseldorf-Neuss.

Im Dezember 2011 hat sich der Betriebsrat geweigert, der Weiterbeschäftigung von 80 Leiharbeitern zuzustimmen. Seiner Ansicht nach sind die Leihkräfte, die bereits länger als ein halbes Jahr bei Gottwald arbeiten, dort dauerhaft beschäftigt, und nicht "vorübergehend", wie es das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) verlangt. 

Trotz der Zustimmungsverweigerung des Betriebsrats lässt die Firma alle Leihkräfte weiter arbeiten; die Geschäftsführung hat sich die fehlende Zustimmung auch nicht vom Arbeitsgericht ersetzen lassen, was rechtlich vorgeschrieben ist. Die Mitbestimmung des Betriebsräte werde von Gottwald "mutwillig und dreist unterlaufen", sagt IG Metall-Sekretär Volker Consoir.

Der Betriebsrat will, dass die Leiharbeiter befristet oder unbefristet in ein tarifliches Arbeitsverhältnis übernommen und nicht zu Billigkonkurrenten der Stammbeschäftigten werden. Viele Leiharbeiter bei Gottwald verdienen nach IG Metall-Angaben bis zu einem Drittel weniger als die Stammbeschäftigten - für die gleiche Arbeit. Außerdem habe die Firma in der Krise 2009 rund 200 Stammarbeitsplätze abgebaut und mit Leiharbeitern besetzt.

Der Betriebsrat strebt mit der geplanten Betriebsvereinbarung zur Leiharbeit an, Leiharbeiter gleich zu bezahlen, sie nach sechsmonatiger Beschäftigung zu übernehmen und die Zahl der Leihkräfte auf maximal fünf Prozent der Belegschaft zu begrenzen.

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