Leiharbeit
02/02/2012

"Was wir jetzt erleben, ist einfach viel zu viel"

"Leiharbeit hat ein Ausmaß angenommen, das so nicht im Sinne des Erfinders war", sagte IG Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard im WDR-Fernsehen. Die Westpol-Redaktion zeigte am Sonntagabend den Beitrag "Fluch und Segen der Leiharbeit".

Deutsche Unternehmen sind dank Leiharbeit enorm flexibel - ein Standortvortei auf Kosten der Beschäftigten. Der Bochumer Leiharbeitnehmer Michael Diederich spricht von moderner Sklaverei, "nur dass ich ein bisschen Lohn dafür kriegt". Sein Stundenlohn: 7,89 Euro. Der niedrigste Tariflohn in der Metallindustrie beträgt 12,84 Euro, liegt also fünf Euro höher.

"Gleiche Arbeit - Gleicher Lohn" , so lautet das Ziel der IG Metall. Bezirksleiter Burkhard stellt nicht die Notwendigkeit in Frage, dass Betrieben personalpolitisch flexibel sein müssen. Bei Krankheit und Urlaubsvertretung sei das meist notwendig. "Aber was wir jetzt erleben, ist einfach viel zu viel." Beim Wuppertaler Automobilzulieferer Hako sind mittlerweile 40 Prozent der Belegschaft Leiharbeiter.

"Früher mussten Leiharbeiter spätestens nach einem Jahr fest eingestellt werden", heißt es in der Fernsehsendung. "Doch diese Regelung hat die rot-grüne Bundesregierung 2003 abgeschafft."

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