NRW
27/11/2014

Jeder dritte Azubi mit Lehre unzufrieden

Ein Drittel der Auszubildenden in Nordrhein-Westfalen ist mit der Qualität der Lehre nicht zufrieden. Das hat der siebte Ausbildungsreport der DGB-Jugend ergeben. Es sei "alarmierend", sagte der DGB-Vorsitzende Andreas Meyer-Lauber heute in Düsseldorf, dass sich dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr "sogar leicht verschlechtert" habe.

Viele der 7000 befragten Auszubildenden beklagen eine unzureichende Anleitung und regelmäßigen Überstunden. Mehr Jugendliche denn je geben an, häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten leisten zu müssen.

„Wenn wir einen Blick auf die Auszubildenden werfen, die über große Mängel in ihrer Lehre klagen, fällt auf, dass ganz bestimmte Berufe besonders schlecht abschneiden“, sagte Eric Schley, Leiter der Abteilung Jugend beim DGB NRW. In diesen Berufen würden sehr geringe Ausbildungsvergütungen gezahlt und sei die Abbrecherquote am höchsten. So erhielten angehende Friseurinnen und Friseure nur 469 Euro Ausbildungsvergütung und landeten beim Qualitätsranking im DGB-Ausbildungsreport auf Platz 19 von 25. Gleichzeitig läge die Abbruchquote mit 45 Prozent sehr hoch. „Es gibt also einen engen Zusammenhang zwischen schlechter Ausbildungsqualität, niedriger Vergütung und hoher Abbruchquote“, sagte Schley. „Das heißt aber umgekehrt auch: Bietet ein Unternehmen gute Ausbildungsbedingungen und eine faire Bezahlung, kann es davon ausgehen, dass es genügend geeignete Bewerber findet und diese auch ihre Lehre mit Erfolg abschließen.“ Ein Beispiel dafür seien angehende Bankkaufleute. Sie bekämen eine Ausbildungsvergütung von 935 Euro, führten das Qualitätsranking im Ausbildungsreport an und hätten eine Abbrecherquote von nur sechs Prozent.

„In den schlecht bewerteten Branchen muss die Qualität der Ausbildung nachhaltig verbessert werden“, bilanzierte Schley. „Hier sind neben den einzelnen Unternehmen auch die Kammern gefragt. Sie haben die gesetzliche Aufgabe, die Berufsausbildung zu fördern, zu überwachen und für eine gute Qualität zu sorgen. Wir fordern die Kammern daher auf, ihrer Pflicht stärker nachzukommen und sich intensiver um Qualitätsfragen zu kümmern. Informationen über Ausbildungsabbrüche und Durchfallquoten müssen systematischer ausgewertet und die betroffenen Branchen enger betreut werden.“ Zudem müsse gerade bei den Berufen mit sehr niedrigen Ausbildungsvergütungen auf eine Erhöhung hingearbeitet werden. „Hier sind die Tarifpartner gefragt“, so der Leiter der Jugendabteilung. „Die Gewerkschaften machen sich seit einiger Zeit erfolgreich für eine Verbesserungen der Ausbildungsvergütungen stark. Dieser Trend muss weitergehen und auch die Arbeitgeber sollten einsehen, dass gute Auszubildende auch gute Ausbildungsbedingungen und eine faire Bezahlung brauchen.“

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