NRW
25/08/2014

Wo hierzulande die ärmsten Rentner leben

In Bonn, Münster, Düsseldorf und Köln sowie in Bielefeld, Wuppertal, Krefeld und Dortmund wohnen die ärmsten Rentner Nordrhein-Westfalens. Ihre Rente beträgt zwischen 800 und 950 Euro. Das geht aus dem aktuellen Rentenreport hervor, den der DGB NRW heute in Düsseldorf der Landespressekonferenz vorgestellt hat.

Man habe „erstaunliche Unterschiede“ in den Rentnereinkommen entdeckt, sagte Andreas Meyer-Lauber, der DGB-Vorsitzende von NRW. In Bonn erhielten die Männer, die 2013 erstmals Rente bezogen haben, im Durchschnitt nur 829 Euro. Ihre Altersgenossen im Kreis Wesel bekamen 1141 Euro – das sind 312 Euro mehr!

Dort, „wo es eine starke industrielle Basis gibt“, erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Sabine Graf, seien die Renten höher als in den Regionen, die von Verwaltung oder Dienstleistungen geprägt sind. Und in diesen Regionen müssten die Alten in Zukunft wohl mit noch weniger Geld auskommen, sagte sie. Und nannte dafür drei Gründe: den Abbau von Industriestrukturen in NRW, die zunehmende Tarifflucht vieler Unternehmen und die Deregulierung des Arbeitsmarktes.

Rentner kommen auf 1000 Euro, Rentnerinnen auf 500 Euro

Die durchschnittliche Altersrente der nordrhein-westfälischen Männer betrug im vergangenen Jahr 1007 Euro. Frauen bekamen nur die Hälfte: 503 Euro. Das sind 255 Euro weniger als die gesetzliche Grundsicherung vorsieht (758 Euro). Zum Vergleich: die Altersrente für Männer lag 2013 bundesweit bei 913 Euro, die der Frauen bei 546 Euro. Obwohl alle länger arbeiten, sinkt das sogenannte Rentenniveau – es beträgt nur noch 45 Prozent des letzten Arbeitseinkommens. DGB-Chef Meyer-Lauber zog daraus diesen Schluss: „Künftig wird es kaum mehr möglich sein, den eigenen Lebensstandard nach dem Renteneintritt auch nur annährend aufrechtzuerhalten."

Gute Arbeit und faire Löhne seien „der beste Garant gegen Altersarmut“, sagte DGB-Vize Graf. Es geht auch konkreter: Der DGB schlägt vor, den Rentenbeitrag schrittchenweise anzuheben – von jetzt 18,9 Prozent des Einkommens auf 22 Prozent im Jahr 2030. Dann würde ein Durchschnittsverdiener 30 Euro mehr in die Rentenkasse einzahlen (sein Arbeitgeber ebenfalls). Und diese Mehreinnahmen hätten laut DGB-Report segensreiche Auswirkungen: Weitere Rentenkürzungen könnten verhindert, die Erwerbsminderungsrenten verbessert und die Rente ab 67 ausgesetzt werden.

Tags NRW